Braunschweiger Veranstalter senden rote Hilfe-Signale

Braunschweig.  Montagabend werden viele Kulturstätten rot angestrahlt. Die Aktion „Night of Light“ soll auf die schwere Krise der Branche aufmerksam machen.

Zahlreiche Braunschweiger Vertreter der Veranstaltungsbranche beteiligen sich an der „Night of Light“.

Zahlreiche Braunschweiger Vertreter der Veranstaltungsbranche beteiligen sich an der „Night of Light“.

Foto: Peter Sierigk

Auf der Bühne der Braunschweiger Stadthalle ist gestern Nachmittag seit Monaten mal wieder richtig was los. Aber die Stimmung ist angespannt.

Zwei Dutzend Veranstalter, Kulturschaffende und Veranstaltungstechniker allein aus Braunschweig sind kurzfristig zusammengekommen, um für die „Night of Light“ zu trommeln: In der Nacht zu Dienstag wollen sie zahlreiche Kulturstätten rot anstrahlen, um auf die existenzbedrohende Lage der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen – nach eigenen Angaben mit rund einer Million Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 130 Milliarden Euro eine der größten in Deutschland.

Doch seit dem immer noch weitgehend geltenden Veranstaltungsverbot ab Mitte März ist der Umsatz eingebrochen. Viele Kleinunternehmer und Soloselbständige, von denen es in der Branche viele gibt, leben längst von ihren Rücklagen – sofern vorhanden.

„Und auch unsere Perspektiven sind schlecht: Unter den derzeitigen und sicher notwendigen Hygieneauflagen werden wir noch monatelang nicht wirtschaftlich arbeiten können“, sagt Dirk Wöhler, Chef der Braunschweiger Agentur WMS-Event und Präsident des Berufsverbands Disc-jockey e.V.

Die Spanne wegbrechender Veranstaltungen reicht von Hochzeiten über Firmenfeiern, Konzerten und Messen bis hin zu Shows in der VW-Halle. Pop meets Classic beispielsweise. Selbst wenn das Verbot für Großveranstaltungen nicht über den 31. August hinaus verlängert werden sollte – mit den geltenden Abstandsregeln sei die PMC wirtschaftlich und praktisch so gut wie undurchführbar, sagt Paul Kunze vom Veranstalter Undercover.

Stephan Lemke, Chef von Stadthalle, VW-Halle und Eintracht-Stadion, glaubt nicht, dass es in diesem Jahr noch größere Konzerte geben wird. Angesichts der unterschiedlichen Regeln in den Bundesländern sei Touren auch für Künstler kaum möglich.

Mit der „Night of Light“ wollen die Veranstalter ein Signal auch an die Politik senden. Denn bisher gebe es kaum Unterstützung, schongar keine passgenaue, keine klaren Ansprechpartner und Kümmerer.

Rot aufleuchten werden zahlreiche Gebäude in der gesamten Region und ganz Deutschland, vom Haus der Kulturen, dem Zirkuspädagogischen Zentrum und vielen mehr in Braunschweig bis hin zum Kulturzentrum Hallenbad und dem Scharoun-Theater in Wolfsburg.

Weiterer Bericht folgt. Mehr Infos: night-of-light.de

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