Festival Theaterformen – das Programm steht

Braunschweig.  Das Braunschweiger Festival findet vom 2. bis 12. Juli wegen der Corona-Epidemie größtenteils online statt. Einige Stücke gibt es aber vor Ort.

Leider nur online zu sehen: Tänzerinnen setzen sich in der Arbeit „Ibuibu Belu" mit der Corona-Epidemie in Indonesien auseinander.

Leider nur online zu sehen: Tänzerinnen setzen sich in der Arbeit „Ibuibu Belu" mit der Corona-Epidemie in Indonesien auseinander.

Foto: D. Gesuri / Theaterformen

In den vergangenen Wochen mussten „Theaterformen“-Leiterin Martine Dennewald und ihr Team von Grund auf umplanen. Wegen der Corona-Pandemie können nicht wie üblich internationale Ensembles anreisen, um Produktionen zu zeigen, die Dennewald für wegweisend hält. Stattdessen findet die Braunschweiger Festivalausgabe vom 2. bis 12. Juli überwiegend online statt.

Überwiegend heißt allerdings: nicht ausschließlich. Es gibt einige Aufführungen und Veranstaltungen, die das Publikum im Großen Haus des Staatstheaters, im LOT-Theater oder Theaterpark miterleben kann. Das geht aus dem Programm 2020 hervor, dass das Festival gestern veröffentlicht hat.

Im Großen Haus ist etwa die raumgreifende Videoinstallation „Thirst“ zu sehen, die einen Jahrhundertsturm auf den Färöer-Inseln unmittelbar erfahrbar machen will. Im Kleinen Haus plant die kapverdische Choreografin Marlene Monteiro Freitas die Installation „Cattivo“ aus vielen hundert Notenständern, „die sich zu dramatischen Szenen und suggestiven Momentaufnahmen formieren“, so Festivalsprecherin Judith Hartstang.

Beim Stück „A Thousand Ways“ kommen sich Zuschauer ganz nahe

Aktiv teilnehmen können Zuschauer an der Produktion „A Thousand Ways“ des New Yorker Regieduos 600 Highwaymen. Jeweils zwei Fremde sollen dabei, getrennt durch eine Glasscheibe, in ein intensives Gespräch verwickelt werden, das ihr Leben möglicherweise verändert. „Ursprünglich wollten wir das mit jeweils 50 Paaren machen, die aus den Teilnehmern zusammengestellt werden. Nun werden es zwei Personen pro Aufführung sein“, sagt Hartstang. Das Kartenkontingent ist entsprechend begrenzt.

Viele Produktionen sind aber kostenlos zu sehen – allerdings nur online. Sie werden an den Festivaltagen nacheinander um 19 Uhr online gestellt und sind dann jeweils zwei Tage lang abrufbar. In „Dichtung und Wahrheit über die Insel Ndzuwani“ etwa spürt der Theatermacher und Geschichtenerzähler Ogutu Muraya Mythen und politischen Problemen der Nachbarinsel von Madagaskar nach. In „Ibuibu Belu“, einer Videoarbeit des Choreografen Eko Supriyanto berichten fünf Tänzerinnen über Corona-Spuren in der indonesischen Provinz Belu. Und der japanische Regisseur Yudai Kamisato ordnet im Hörstück „Khao Khao Club“ die ostasiatische Geografie neu.

Täglich Post aus Kuba

Von der Gruppe Rimini Protokoll gibt es statt des Eröffnungsstücks „Granma. Posaunen aus Havanna“ täglich Post. Das kubanische Ensemble schreibt Briefe über das Leben in dem kommunistischen Inselstaat, die allen Interessierten zugestellt werden (Anmeldung unter granma@theaterformen.de).

Live und vor Ort miterlebbar werden wiederum zwei Konzerte aus dem musikalischen Begleitprogramm des Festivals sein. Der avantgardistische Songschreiber Fehler Kuti soll am 2. Juli und die Cellistin Anne Müller mit ihrem Programm zwischen Klassik und Ambient am 11. Juli abends im Theaterpark auftreten – voraussichtlich auf einem Floß.

Die übrigen an Haeckels Gartenhaus geplanten Konzerte mit Künstlern wie der Songschreiberin Ilgen-Nur wurden am Pfingstwochenende in Berlin aufgenommen. Sie werden im Festivalzeitraum nach und nach online gestellt.

Mehr Infos und Tickets unter theaterformen.de

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