Schützenbrüderschaft Mariental trotzt der Corona-Krise

Mariental.  Mit der Kranzniederlegung gedenkt der Verein der Opfer der Weltkriege. Sorgen bereitet dem Verein das hohe Durchschnittsalter der Mitglieder.

Kranzniederlegung im kleinsten Rahmen statt großer Sause zum 60-jährigen Bestehen.

Kranzniederlegung im kleinsten Rahmen statt großer Sause zum 60-jährigen Bestehen.

Foto: Erik Beyen

Es hätte ein rauschendes Fest werden sollen, denn die Schützenbrüderschaft Marietental 1960 feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Die Planungen für die Drei-Tagessause standen schon, doch dann kam Corona. Bis heute ist der Sportbetrieb weitgehend eingestellt, aber ganz und gar kann das Virus den Verein nicht ausbremsen. Eine Tradition hat der Verein trotz der Pandemie erhalten.

Der Verein setzt ein Zeichen: Wir sind noch da, und wir überstehen die Krise

Die Kranzniederlegung am Ehrenmal gegen über der Alten Wache ist stets ein fester Bestandteil des jährlichen Schützenfestes. Diese Tradition hat ein Teil des Vorstandes in diesem Jahr unter Corona-Auflagen bewahrt, ohne Rumtata und Tamtam, ohne große Reden, einfach nur in stillem Gedenken. Ein paar Minuten harrten sie aus, als der Ehrenvorsitzende Kurt Bartsch und der erste Vorsitzende Rolf Hennig den Kranz am Ehrenmal, das zugleich ein Mahnmal ist, niederlegten. Die kleine Abordnung setzte damit gleich mehrere Zeichen. Eines hieß: Wir sind noch da, und wir überstehen die Krise.

Nachwuchssorgen: „Uns fehlt die Altersklasse 20 bis 40 Jahre“

Folgt man den Zahlen, dann stimmt diese Aussage: Von 86 Mitgliedern ist im Zuge des Corona-Lockdown keines aus dem Verein ausgetreten. Die Altersspanne des Vereins ist interessant: Sie beginnt bei sechs Jahren und endet gemäß Vorstand bei 100 Jahren. Trotzdem: Das hohe Durchschnittsalter lasse sich nicht leugnen, denn: „Uns fehlt die Altersklasse 20 bis 40 Jahre“, sagte Carsten Schühlein. Diese Altersgruppe habe bis auf wenige Ausnahmen offenbar andere Interessen.

Eine Vereinstombola ist geplant

Apropos: Die Idee, der kleinen Tradition zu frönen, hatte Veronika Tietz vom Festausschuss. Der ist derzeit sozusagen arbeitslos, und so mache man sich eben Gedanken über alternative Aktionen. Die nächste wird wohl eine Vereinstombola sein, und: „Unseren Königsball feiern wir.“ Da ist sich Carsten Schühlein sicher. Das werden die aktuellen Majestäten gern hören. Carmen und Markus Müller dürfen der Krise wegen ein Jahr länger amtieren. Corona schreibt Geschichte, und das in sämtlichen Bereichen des Lebens.

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