Helmstedter Gänsemarkt? Abwarten und Punsch trinken

Helmstedt.  Helmstedt aktuell bereitet Veranstaltungen vor, ohne zu wissen, ob sie stattfinden dürfen. Am 8. November wäre der Gänsemarkt.

In hessischen Städten wie Bad Homburg schon eingeführt: Die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen.

In hessischen Städten wie Bad Homburg schon eingeführt: Die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen.

Foto: Jürgen Paxmann

Nie zuvor hing die Planung von öffentlichen Veranstaltungen dermaßen an seidenem Faden, wie das nun in diesen Tagen der Fall ist. Der Stadtmarketingverein Helmstedt aktuell weiß bis heute nicht, ob er den am 8. November terminierten Gänsemarkt mit verkaufsoffenem Sonntag ausrichten kann. Die Genehmigung ist offen, eine Entscheidung soll erst nächste Woche fallen.

Die gleiche Unsicherheit gilt für den parallel auf dem Holzberg geplanten Martinimarkt, eine Veranstaltung des Schaustellerverbands. Der Rummel im Miniaturformat beginnt normalerweise bereits drei Tage zuvor und endet mit dem Gänsemarkt am Sonntag.

Behörden lassen sich Zeit

Die Entscheidungshoheit liegt bei den Ordnungsbehörden von Stadt und Landkreis. Die wiederum blicken mit Bangen auf die Entwicklung der Corona-Infektionen. Sollte diese Zahl eine kritische Grenze überschreiten, werden die Auflagen strenger.

Liegt der Inzidenzwert, der die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage in Relation zu 100.000 Einwohner setzt, bei 35, wird eine Mund- und Nasen-Bedeckung dringend empfohlen. Liegt er bei 50, herrscht im öffentlichen Raum Maskenpflicht. Zurzeit pendeln die Werte der vergangenen Tage im Kreis Helmstedt zwischen 11 und 20 (aktuell bei 19,7).

Gängige Praxis in Hessen

Für die Ausrichtung von Veranstaltungen, so denn für sie auch ein entsprechendes Hygienekonzept genehmigt wird, bedeutet dies, dass demnächst wohl alle Besucher eine Schutzmaske zu tragen hätten, außer wenn sie Speisen und Getränke zu sich nehmen. In hessischen Städten wie Frankfurt oder Bad Homburg gilt bereits seit einigen Tagen, dass Passanten in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen Atemschutz bei sich und aufzusetzen haben. Sonst drohen Bußgelder.

All das sind keine guten Nachrichten für das Helmstedter Stadtmarketing. Dessen Sprecher, Christian Blank, bekennt: „Die aufziehenden Wolken werden immer dunkler.“ Dennoch hat das gesamte Vorstandsteam die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Vorbereitung der Märkte nicht komplett für die Katz’ war. Jedenfalls stünden alle angesprochenen Händler, Ladeninhaber und Schausteller „Gewehr bei Fuß“, wie es Blank formuliert.

Dass die Märkte nicht wie im gewohnten Umfang gestaltet werden können, dürfte jedem klar sein. Das Angebot wird dünner, allein schon, weil der eine oder andere Standbetreiber aufgegeben hat. Die, die bislang durchgehalten haben, warten aber auf die Gelegenheit, endlich mal wieder Geschäfte machen zu dürfen.

Was ist mit dem Weihnachtsmarkt?

In Bezug auf den Helmstedter Weihnachtsmarkt (ab 27. November) soll laut Blank eine Entscheidung in den nächsten zwei Wochen getroffen werden. Ein von Helmstedt aktuell erarbeitetes Hygienekonzept liegt zur Freigabe bei der Kreisverwaltung. Es sieht vor, dass weniger Buden zentral aufgestellt beziehungsweise einige Stände in der Innenstadt verteilt werden.

Das Innenfeld des Marktplatzes bliebe frei, eine Bühne gibt es nicht. Demzufolge würden auch die allabendlich stattfindenden Darbietungen von Helmstedter Chören, Ensembles und Musikgruppen ausfallen.

Von Einzäunungen und einer „Einbahnstraßenregelung“ zwischen den Buden, wie es sie auf diversen Kirmesveranstaltungen gibt, sieht das Konzept ab – wohl auch wegen der Kosten. Das wäre laut Blank in Helmstedt jedenfalls nicht machbar.

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