Ingeleben: Komödie um Rettung eines Freudenhauses begeistert

Ingeleben.  Wortwitz, Situationskomik und skurrile Kostümierung: Die Ingelebener Darsteller laufen zu Höchstform auf.

Der Minister (im Matrosenanzug) kommt dem üblen Spiel von Horatio (liegend) auf die Schliche.     

Der Minister (im Matrosenanzug) kommt dem üblen Spiel von Horatio (liegend) auf die Schliche.     

Foto: Melanie Specht

Was für ein Theater! Mit „Liebling, es ist angerichtet“ von Erfolgsautorin Uschi Schilling bewiesen Regisseurin Ute Spindler und ihre Laienspielgruppe Ingeleben wieder einmal ein glückliches Händchen. In ihrer Premiere am Samstagnachmittag im KUSS Ingeleben servierten Markus Keune, Jens Bandermann, Tanja Lazarewicz, Denise Stein, Melanie Jestel-Heiser, Florian Germer, Uwe Kretschmer, Rolf Lazarewicz und Karin Zander dem ausverkauften Saal einen leicht bekömmlichen, frivol angehauchten Dreiakter mit köstlichen Irrungen und Verwirrungen.

Fein abgestimmt mit Wortwitz, Situationskomik und so mancher skurriler Kostümierung, konnte sich das Ensemble von der ersten Sekunde an der vollen Aufmerksamkeit der Zuschauer gewiss sein. Die kugelten sich zuweilen vor Lachen, so dass die Darsteller kurz innehalten mussten, bis auch der letzte Gluckser aus den Publikumsreihen verstummt war.

Die Handlung der Boulevardkomödie ist einfach gestrickt. Julia Sanders glaubt, von ihrer verstorbenen Tante eine Pension geerbt zu haben. Nicht ahnend, dass es sich in Wahrheit um ein Freudenhaus handelt, möchte sie ihr Erbe in Augenschein nehmen. Als die Bewohner davon erfahren, setzen sie alles in Bewegung, um die Wahrheit zu vertuschen und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Um ihr Heim zu retten, trennt sich Freudenhauschef Jo „The Tiger“ mehr oder weniger freiwillig nicht nur von Bart, Brusthaarflokati und der „Wolfgang Petry Gedenkfrise“, sondern schlüpft zur allgemeinen Erheiterung auch noch in Damenklamotten. Quasi eine Version von Charlys Tante mit nicht ganz jugendfreien Hintergedanken.

Unterdessen plagen Mitbewohner „Sweety“ ganz andere Gedanken: Ist der rosa Lackmantel zur Observation von Julias hinterhältigen Verlobten Horatio doch zu auffällig? Ob es den liebenswerten Freudenmädchen Natja und Lilli am Ende gelingen wird, ihr Etablissement zu retten, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel sei gesagt: Den Zuschauern der kommenden Veranstaltungen präsentiert sich eine Laienspielgruppe Ingeleben in Höchstform mit bärenstarker Besetzung und der Lizenz zum Abfeuern von Lachsalven. In diesem Sinne: Viel Vergnügen.

Weitere Vorstellungen im KUSS Ingeleben gibt es am 10., 14. und 21. September jeweils um 16 Uhr.

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