Hoiersdorfer Ehepaar wird in eigenem Haus brutal überfallen

Hoiersdorf.  Die Täter schlugen auf die Eheleute ein, fesselten sie und durchsuchten stundenlang das Wohnhaus. Die Polizei bittet dringend um Zeugenhinweise.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Räuber mit einem Fahrzeug dem Grundstück näherten.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Räuber mit einem Fahrzeug dem Grundstück näherten.

In der Nacht zum Dienstag wurde in Hoiersdorf bei Schöningen im Landkreis Helmstedt ein Ehepaar in seinem Wohnhaus Opfer eines brutalen Raubüberfalls, berichtet die Polizei.

„Nach ersten Erkenntnissen überwältigten gleich mehrere Täter die Eheleute im Alter von 60 und 61 Jahren und schlugen brutal auf den Ehemann ein, der dadurch eine Fraktur im Schulterbereich erlitt“, teilt Polizeisprecher Sven-Marco Claus mit.

Die Tätergruppe erbeutete laut Polizei diverse Schmuckstücke und mehrere hochwertige Armbanduhren sowie zwei Spiegelreflexkameras, Tablet-PCs und Ausweispapiere. Die genaue Höhe des Schadens steht bisher noch nicht fest.

„Den Ermittlungen zufolge ereignete sich der Raubüberfall in dem Wohnhaus im Fleitsmühlenweg gegen 23.30 Uhr“, schildert der Polizeisprecher den vermutlichen Tatablauf. „Die maskierten Täter drangen durch ein aufgebrochenes Fenster unbemerkt in das Haus ein und griffen die Eheleute, die gerade zu Bett gehen wollten, an. Dabei wurde das Ehepaar brutal zu Boden gebracht, seine Hände und Füße fixiert und der Kopf abgedeckt.“ Um ihrer Forderung nach Beute Nachdruck zu verleihen, sei laut Claus auf den Ehemann eingeschlagen worden, der dadurch erheblich verletzt worden sei. Anschließend sei offenbar das Wohnhaus über mindestens drei Stunden gezielt nach Diebesgut abgesucht worden, während das Ehepaar gefesselt gewesen sei.

„Erst nach gut sieben Stunden fanden zwei Firmenmitarbeiter die völlig schockierten Opfer im Keller des Hauses“, berichtet Claus. „Sie hatten an einer Baustelle in der Nähe die Hilferufe der Opfer wahrgenommen, die Eheleute befreit und die Polizei verständigt. In der Zwischenzeit hatten die Räuber ihre zum Teil hochwertige Beute bereits weggeschafft.“

Das zuständige 2. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes der Wolfsburger Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Es wurde eine vierköpfige Ermittlungsgruppe gebildet, die noch die Spuren am und im Bereich des Tatortes sichert.

Vermutlich agierten mehrere Täter zusammen, die aus dem osteuropäischen Raum stammen und nur teilweise gebrochen Deutsch sprachen, teilt der Polizeisprecher mit.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Räuber mit einem Fahrzeug dem Grundstück näherten. Da sich der Tatort in der Nähe zum benachbarten Bundesland Sachsen-Anhalt befindet, sei es auch möglich, dass sich die Räuber mit ihrem Fahrzeug über Feldwege näherten.

Aus kriminalistischer Erfahrung heraus gehen die Fahnder davon aus, dass sich die Tätergruppe bereits vor der Tat im nähren Bereich am Fleitsmühlenweg aufgehalten hat. Daher sind Beobachtungen von Bürgern, insbesondere zu in der angrenzenden Feldmark abgestellten Fahrzeugen am Montagabend von etwa 21 Uhr an interessant für die Ermittler. Zwischen 3 und 4 Uhr müssen die Unbekannten mit ihrem Fluchtfahrzeug den Tatort wieder verlassen haben.

Hinweise zu dem brutalen Raubüberfall nimmt die Polizei Wolfsburg unter der Rufnummer (05361) 4 64 60 an.

Zwei ähnliche Fälle hat es vor anderthalb Jahren im Schöninger Stadtgebiet gegeben. Damals hatte es binnen einer Woche zwei Raubüberfälle in Häuser am Wallgarten und an der Schüttestraße gegeben.

In beiden Fällen waren die Bewohner zu Hause, allerdings handelte es sich damals nur um einen Täter, der, nachdem er jeweils geklingelt hatte, die Bewohner mit einer Waffe bedroht hatte, um Geld- und Wertsachen herauszupressen.

Beim zweiten Versuch war der Täter vom Hausherrn überwältigt und schließlich in die Flucht geschlagen worden.

Ein Zeugenaufruf hatte schließlich Erfolg. Wie sich später herausstellen sollte, handelte es sich beim Räuber um einen 19-jährigen Mann aus Süddeutschland, der kurr zuvor erst wieder in seine Heimatstadt Schöningen zurückgekehrt war. Er stellte sich den Ermittlern freilwillig. Die Stadt konnte aufatmen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder