Langes Warten, bis das Harzer Totholz fällt

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Warnschilder und Wegweiser deuten darauf hin, dass der Magdeburger Weg gesperrt ist. Das Flatterband wird noch durch einen Zaun ersetzt werden.

Warnschilder und Wegweiser deuten darauf hin, dass der Magdeburger Weg gesperrt ist. Das Flatterband wird noch durch einen Zaun ersetzt werden.

Foto: Eike Bruns

Torfhaus.  Der Harzer Hexenstieg nähert sich nach Sturm Friederike wieder der Original-Strecke. Die Umleitung ist auf Jahre angelegt.

Der Magdeburger Weg gehört zu den spektakulärsten und derzeit auch meist diskutierten Wanderpfaden im Harz. Seit dem Sturm Friederike Anfang vergangenen Jahres ist er gesperrt und damit auch der Fernwanderweg Harzer Hexenstieg unterbrochen. Nun gab der Nationalpark Harz eine Umleitungsstrecke offiziell frei.

„Wir alle wollen, dass der Magdeburger Weg wieder geöffnet wird“, sagen Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismus-Verbandes, Harzklub-Vizepräsident Christoph Steingaß und Nationalpark-Sprecher Friedhart Knolle unisono. „Um Missverständnissen vorzubeugen“, fügt Revierleiter Klaus-Dieter Schultze an, „wenn der Nationalparkwegeplan 2021 neu aufgelegt wird, bleibt der Magdeburger Weg erhalten“.

Anfang des vergangenen Jahres musste der Nationalpark die beliebte Wegstrecke, die von Altenau nach Torfhaus durch die sogenannte Steile Wand führt, wegen umgestürzter Bäume sperren. Dabei sind es weniger die quer liegenden Bäume, die Probleme verursachen, sondern vielmehr die abgestorbenen, die in der direkten Umgebung noch aufrecht stehen.

„Unter Totholz darf man nicht arbeiten“, erklärt Schultze eine unmissverständliche Sicherheitsvorschrift. Nicht nur, dass in der Dynamikzone des Nationalparks keine Bäume gefällt werden, auch trägt die Steile Wand ihren Namen nicht zu unrecht. Der Nordosthang des Bruchbergs zählt zu den schroffsten im Harz.

Also hilft nur warten, bis das Totholz zusammenbricht. Kommt nichts dazwischen, werde es wohl drei bis vier Jahre dauern, schätzt der Revierförster, bis vielleicht ein erster Abschnitt des Magdeburger Wegs freigegeben werden kann. Und eventuell noch mal so lange, bis er wieder komplett begehbar ist.

Eine vorzeitige Teilöffnung als Stichweg bis zur Schneiderbank wäre Schmidt gerade recht, da der Harzer Tourismus-Verband die unter einem Felsvorsprung stehende Aussichtsbank als Erlebnispunkt ausgewiesen hat. Aber erst einmal zeigt sie sich sehr zufrieden mit der neuen Umleitungsstrecke, die vom Nabentaler Wasserfall hinab zum Kellwasser-Wasserlauf und von dort über einen neu angelegten Weg nordwestlich um den Skihang am Rinderkopf hinauf nach Torfhaus führt.

Die bisherige Umleitung über die Wolfswarte auf dem Bruchberg sei zu weiträumig gewesen. „So hätten wir die Zertifizierung für den Harzer Hexenstieg verloren“, erklärt die Geschäftsführerin des Harzer Tourismus-Verbandes. Mit der neuen, kaum längeren und nur wenige hundert Meter entfernt parallel verlaufenden Umleitung sei das kein Problem mehr.

Noch glücklicher zeigt sich Ulrich Reiff von der Unesco-Welterbestiftung im Harz. Nun seien wieder Bestandteile der Oberharzer Wasserwirtschaft erlebbar. Dabei geht es nicht nur um den Nabentaler Wasserfall, sondern auch um den Kellwasser-Wasserlauf.

Die Umleitungsstrecke war einst ein sogenannter Wasserweg und seit Errichtung des Nationalparks nicht mehr offiziell begehbar. „Nun haben wir ihn legalisiert“, sagt der Förster mit einem Augenzwinkern. „Ich hoffe, die Strecke bleibt erhalten, wenn der Magdeburger Weg wieder begehbar ist“, äußert Ulrich Reiff einen Wunsch. „Da finden wir eine Lösung“, entgegnet Friedhart Knolle vielsagend.

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