Förster im Harz fürchten Baumsterben durch Borkenkäfer-Plage

Clausthal-Zellerfeld.  Vielerorts ist der Wald braun statt grün. Von der Trockenheit geschwächte Bäume sind anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Einige sterben ab.

Nach dem langen trockenen Sommer fürchten Harzer Förster das Auftreten einer dritten Borkenkäfergeneration – dies könnte schlimme Folgen für die Bäume nach sich ziehen.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Nach dem langen trockenen Sommer fürchten Harzer Förster das Auftreten einer dritten Borkenkäfergeneration – dies könnte schlimme Folgen für die Bäume nach sich ziehen.

Nach der langen Trockenheit sterben im Harz zunehmend Bäume ab. Eine weitere drastische Vermehrung der Borkenkäfer steht möglicherweise bevor. Die Situation sei brisant, sagte der Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten, Michael Rudolph, der Deutschen Presse-Agentur. Die Schäden durch die beiden ersten Borkenkäfer-Generationen dieses Jahres seien schon jetzt hoch, weil überall Bäume absterben. Betroffen seien Fichten und Lärchen, nicht nur im Harz, sondern auch in anderen Landesteilen.

Wenn kein drastischer Witterungsumschwung einsetze, müsse man sogar noch mit einer dritten Borkenkäfer-Generation rechnen. „Die Landesforsten setzen deshalb momentan alle verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, um die befallenen Bäume ausfindig zu machen und die Borkenkäfer am Ausflug zu hindern“, sagte Rudolph.

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hatte jüngst die Befürchtung geäußert, die derzeitige Borkenkäferplage könne in Niedersachsen zu Schäden in Millionenhöhe führen. Weil Fichten und Lärchen wegen der Trockenheit kaum Harz zur Abwehr der Käfer bilden könnten, drohe die Vernichtung ganzer Bestände.

Borkenkäfer bohren sich in die Baumrinde, um dort ihre Eier abzulegen. Sie zerstören dabei die Wasser- und Nährstoffleitbahnen, so dass die Bäume absterben. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich ihrerseits schnell zu Borkenkäfern entwickeln und sich neue Ziele suchen. Die unkontrollierte Ausbreitung kann nach Darstellung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen Wälder großflächig zerstören.

Auch im Nationalpark Harz sterben viele Fichten ab. Weil die Wälder aber keine Wirtschaftsforsten seien, könne man einfach die Entwicklung abwarten, sagte Fachbereichsleiterin Sabine Bauling. Der Borkenkäfer trage als eine Art Katalysator zur Waldentwicklung bei. „Es ist spannend zu beobachten, wie die Natur diese Erscheinungen reparieren wird“, sagte Bauling. Ein Ziel des Nationalparks ist, dass sich Fichten-Monokulturen zu Laubmischwäldern entwickeln. dpa

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