Herbstakademie holt die Jugend ins Meinerser Künstlerhaus

Meinersen.  Erstmals veranstaltet die Einrichtung zusammen mit der Kreisvolkshochschule neben einer Sommer- auch eine Herbstakademie.

Künstlerhaus: Die zwanzigjährige Paula aus Gifhorn arbeitet an ihrer Mappe für ein Kommunikations-Design-Studium.

Künstlerhaus: Die zwanzigjährige Paula aus Gifhorn arbeitet an ihrer Mappe für ein Kommunikations-Design-Studium.

Foto: Reiner Silberstein

Ein Novum im Künstlerhaus Meinersen: Erstmals veranstaltet die Einrichtung zusammen mit der Kreisvolkshochschule neben einer Sommer- auch eine Herbstakademie – im etwas kleinerem Maßstab aber mit ähnlichem Erfolg.

„Mein Mann und ich haben uns extra Urlaub dafür genommen“, sagt Koba Brokat aus Gifhorn, die bei ihren Holzschnittarbeiten mit verschiedenen Materialien experimentiert. „Es ist toll, in diesem Umfeld zu arbeiten. Durch den Austausch mit anderen wird man angeregt.“ Brokat bezeichnet sich selbst als Urgestein, war schon elfmal bei einer Sommerakademie dabei – sie muss es wissen.

In der Tat war der Andrang bei den Sommerakademien in den vergangenen 13 Jahren stets groß, bestätigt Charlotte Dreschke, die stellvertretende KVHS-Leiterin und Fachberaterin Kreiskunstschule. „Wir hatten eher Probleme, immer alle unterzubringen.“ Mehr als 20 Leute in vier Gruppen hatten keinen Platz. Weil im Herbst aber kaum das Gelände unter freiem Himmel genutzt werden kann und Corona zusätzliche Schranken errichtet, habe man die Kapazitäten im Herbst auf die Hälfte reduziert, und die Dauer auf fünf statt sieben Tage.

Anfragen habe es aber auch immer von jüngeren Kunstbegabten gegeben. „Deshalb haben wir gedacht, holen wir uns auch mal eine jüngere Dozentin dazu“, so Dreschke. Die 30-jährige Nora Lube gibt Tipps und Hinweise an diejenigen weiter, die vorhaben, eine künstlerische Ausbildung oder ein Studium in diese Richtung zu beginnen.

Zum Beispiel die zwanzigjährige Paula, die ihren Nachnamen noch nicht der Öffentlichkeit verraten möchte. „Ich arbeite gerade an einer Mappe für Kommunikations-Design.“ Lube nehme dafür einige Übungen mit ihr vor. „Ich gestalte gerade ein Magazin, ganz analog.“ Der schwarze Hintergrund passe gut zu ihren Schwarz-Weiß-Fotos. Paula ist gebürtige Gifhornerin, studiert derzeit Sozialwissenschaften in Darmstadt. Wie sie auf das Künstlerhaus kam? „Meine Mutter hat hier schon öfter mitgemacht.“

Genauso wie Silke Schaper aus Päse. Sie experimentiert beim Holzschnitt mit mehreren Lagen. „Es ist eine super Betreuung hier“, sagt sie, „es ist sehr konzentriertes Arbeiten möglich.“ Dass es wegen Corona kleinere Gruppen gibt, findet sie nicht störend: „So ist es ruhiger.“

Konzentriert im Schaffen ist auch Andrea Ryll aus Isenbüttel: „Ich setze ein Bild von Piet Mondrian um.“ Von der Überlagerung verschiedener Farben erhofft sie sich bestimmte Effekte. „Jochen Weise hilft mir dabei.“

Seine Unterstützung nimmt auch Ursula Rösch aus Müden dankend an: „Ich bin das erste Mal hier, eine völlige Anfängerin.“ Sie sei animiert worden, weil sie stets auf dem Weg zur Arbeit im Meinerser Rathaus am Künstlerhaus vorbeikomme. „Jetzt will ich den Umgang mit der Farbe lernen“, sagt sie und legt auf dem Aquarellpapier los.

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