Müdener versichert Drohnenpiloten

Müden  Der Kopter-Experte Alexander Matijevic berät auch die Bundesregierung und das EU-Parlament.

Kopter-Pilot Alexander Matijevic macht mit seinem unbemannten Luftfahrzeug spektakuläre Aufnahmen aus der Vogelperspektive.

Kopter-Pilot Alexander Matijevic macht mit seinem unbemannten Luftfahrzeug spektakuläre Aufnahmen aus der Vogelperspektive.

Foto: privat

Als Dr. Alexander Matijevic (38) seinen ersten Kopter kaufte, habe er dafür noch fast so viel wie für einen Kleinwagen bezahlt, erzählt er. Nur vier Jahre später sind Kopter bezahlbar, die Zahl der Hobbybodenpiloten daher sprunghaft gestiegen – und damit auch die Zahl der Versicherungsanfragen.

Das Hobby habe eben seine Tücken, so der Müdener. Und gesetzliche Vorgaben. Matijevic: „Was viele nicht wissen: Sobald der Kopter unter freiem Himmel vom Boden abhebt, besteht Versicherungspflicht.“

Und wer die Luftbilder gar gewerblich anbiete, braucht sogar eine Aufstiegserlaubnis von der Landesluftfahrtbehörde. Der junge Familienvater: „Und da gilt als gewerblich schon, dass das Foto bei Facebook oder auf anderen Seiten im Internet veröffentlicht wurde, also selbst dann, wenn derjenige damit letztlich gar kein Geld verdient hat.“

Und weil Matijevic, obwohl er Versicherungsmakler in Hannover ist, selbst lange suchen musste und im Versicherungsdschungel nicht wirklich das richtige Produkt für unbemannte Luftfahrzeuge fand und merkte, dass die normalen Haftpflichtversicherungen diese Art von Unfällen und Schäden nicht abdecken, erfand er es. Und war nach eigener Aussage der Erste, der spezielle, auch für Hobbyisten bezahlbare Kopter-Versicherungen angeboten hat und mit fachspezifischen Schulungen in Hannover und Essen ergänzt.

Dieses macht ihn zum Kopter- Profi (www.kopter-profi.de) und in dieser Eigenschaft sitzt er auch als Einziger aus dem Versicherungssektor im Expertenrat des Dachverbandes für UAV (unmanned aerial vehicle = unbenanntes Luftfahrzeug). Hier gibt er seinen Sachverstand an die Bundesregierung und das EU-Parlament weiter. Wenige Stunden vor dem Rundschau-Besuch war beispielsweise ein Mitarbeiter des Bundesverkehrsministeriums am Telefon, hatte ein paar Fragen.

Und dabei ist Matijevic eigentlich fotobegeistert und fand die Idee faszinierend, Bilder aus der Luft vom Boden aus zu machen und wollte seine Werke dann in Weltkugeloptik verkaufen. Eigentlich. Denn nun ist er Kopter-Versicherungsexperte und hat kaum Zeit mehr zum Fotografieren.

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