BI gegen das Zugpfeifen kritisiert Isenbüttels Verwaltung scharf

Isenbüttel.  Die Bürgerinitiative wirft der Verwaltung vor, keine Lösungen finden zu wollen. Am Mittwoch tagt der Bauausschuss.

Hans-Jürgen Bach hat sich daran gewöhnt, dass die Bahn an seinem Grundstück vorbeirollt, nicht aber, dass sie dabei zweimal pfeift.

Hans-Jürgen Bach hat sich daran gewöhnt, dass die Bahn an seinem Grundstück vorbeirollt, nicht aber, dass sie dabei zweimal pfeift.

Foto: Reiner Silberstein / BZV

Der Bahnübergang am Triftweg ist Thema beim Isenbütteler Gemeinde-Bauausschuss am Mittwoch (18 Uhr, Betriebsrestaurant Roth). Dabei sollen die Ergebnisse des Arbeitskreises Zugpfeifen vorgestellt und das weitere Vorgehen ausgelotet werden. Im Vorfeld kritisiert die Bürgerinitiative gegen das Zugpfeifen allerdings die Verwaltungsvorlage scharf.

Hauptpunkt ist die Aussage, dass „die Gemeinde nur begrenzt zuständig ist und wenig am Pfeifen des Zuges ändern kann“. Das sei unwahr und kein Ergebnis des Arbeitskreises, schreibt die Bürgerinitiative in einem Brief an die Ausschussmitglieder, der der Redaktion vorliegt. „Die Gemeinde blockiert derzeit die seitens der DB-Netz angebotene Lösung ‘Hektor’, weil sie keinerlei erkennbare Anstrengungen unternommen hat, herauszufinden, welcher Nutzkreis zwingend den Bahnübergang Triftweg nutzen muss.“ Diese oft genannte Variante, bei der ein fester Nutzerkreis einen Schlüssel für eine Schranke erhält, ist unter den vier von der Gemeinden gelisteten Optionen aber gar nicht aufgeführt. „Es ist unverständlich … Sie würde das Pfeifen gänzlich abstellen“, heißt es im Schreiben.

Initiative lehnt alle Vorschläge der Verwaltung ab

Stattdessen stellt die Gemeinde in Aussicht, einen Antrag des Bundesverkehrsministeriums für den Bau eines höhengleichen Übergangs abzuwarten, einen Antrag auf technische Sicherung des Triftwegs zu stellen, die Straße zu entwidmen oder eine Aufforderung an den Regionalverband auf Stundentaktverzicht zu stellen. Diese Lösungsvarianten seien für die BI „überhaupt keine“. Vielmehr wehrt sie sich „gegen die Falschaussage, dass sie die Einstellung des Stundentakts wünscht“. Rechtliche Schritte in diese Richtung seien nur eine mögliche Maßnahme, um zusätzlichen Lärm zu vermeiden.

Kein Verständnis hat die Initiative auch für das Einholen einer Stellungnahme des TÜV Nord. Der stuft das Pfeifen als ein „Warnsignal“ ein, das nicht der Lärmemissionsbewertung unterliege. „Wenn solche Stellungnahmen angefordert werden, die zudem von der Rechtsprechung ganz anders beurteilt werden, dann scheint die klare Absicht dahinter zu stehen, das Bürgeransinnen nicht zu unterstützen“, heißt es im Brief. Letztlich habe auch der Arbeitskreis keine Vorschläge geliefert, weil er „keine klare Zieldefinition hatte“ – sprich: die Abschaffung einer Lärmbelastung.

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