Gifhorn. Auf dem Handy eines Mannes aus Wittingen fand die Polizei rund 100 Kinderporno-Dateien und sechs Videos. Jetzt stand er vor Gericht.

Offensichtlich das Rechtschreibprogramm machte aus dem Tatort Wittingen das baden-württembergische Villingen, was den Anwalt eines 28-jährigen Wittingers gleich zu der Bemerkung veranlasste, dass sein Mandant noch nie in Villingen gewesen sei. Daher sei die Tat nicht nachzuvollziehen. „Offenkundigen ein Rechtschreibfehler“, merkte der Richter an.

Polizei findet und 100 Dateien und sechs Videos auf dem Handy eines Mannes aus Wittingen

Am 8. Februar 2019 hatte die Polizei auf dem IPhone des Mannes in Wittingen mehr als 76 kinder- und jugendpornografische Dateien, darunter auch einige Videos, gefunden. Dass die Anklage erst jetzt erhoben werden konnte, lag daran, dass das Landeskriminalamt so lange brauchte, um die verschlüsselten Dateien zu entschlüsseln, wie ein als Zeuge geladener Polizeibeamter erklärte. Er sprach von rund 100 Dateien und sechs Videos.

Einen Anhaltspunkt, dass das IPhone von anderen besessen wurde, habe er nicht. „Ich habe keine pädophilen Neigungen und mir die Daten nicht verschafft“, erklärte der Angeklagte. Das IPhone habe er von seinem einige Zeit davor verstorbenen Vater übernommen und nicht resettet. Er habe lediglich seine eigenen Daten von seinem früheren IPhone auf das neue Gerät überspielt und eine neue Sim-Karte eingesetzt.

„Ich nehme das mal zur Kenntnis“, sagte der Richter, aber der Besitz der Dateien reiche aus. Und bei der Durchsuchung habe man das IPhone mit den Dateien bei ihm gefunden. Da das Handy noch im Polizeibesitz ist, könne man sehen, wann die Dateien abgespeichert wurden, sagte der Richter und legte dem Angeklagten das Strafmaß dar. Mindestens drei Monate bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe würden drohen.

„Beim Einräumen des Besitzes könnte es auch eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen werden. Sollte aber nochmal aufwändig ermittelt werden müssen, gibt es eine Freiheitsstrafe“, so die Ansage des Richters. Nach einer kurzen Unterredung mit seinem Anwalt räumte der Angeklagte den Besitz der Dateien ein, unabhängig davon, wer die Dateien bezogen hat. „Sie können froh sein, dass die Durchsuchung vor dem 1. Juli 2021 stattgefunden hat, vor der Verschärfung der entsprechenden Paragraphen“, sagte der Richter.

Mahnende Worte des Richters an Mann aus Wittingen

„Ich habe keinen Grund, Ihnen nicht zu glauben. Aber wenn sie doch pädophile Neigungen haben, die Neugier und der Drang zu groß werden, ist es eine Frage der Zeit, wann man Sie wieder erwischt.“ Zugunsten des Angeklagten stellte die Staatsanwältin fest, dass der Angeklagte weder vor noch nach der Tat straffällig gewesen war und ist und seine Geständigkeit. Sie forderte 120 Tagessätze zu 10 Euro. Der Verteidiger bat um ein „mildes Urteil“. Es wurden dann im Urteil die 120 Tagesssätze und der vorher vom Angeklagten genehmigte Einzug des IPhone.