Erster Spatenstich für Gifhorns Hospizhaus ist getan

Gifhorn.  Ab jetzt wird neben Lindenstraße und Aller in Gifhorn fleißig gebaut. 2022 soll das Haus bezogen werden können.

Alexander Michel spricht zu den Zuschauer vor dem Spatenstich.

Alexander Michel spricht zu den Zuschauer vor dem Spatenstich.

Foto: Reiner Silberstein

Es habe lange gedauert, aber nun gehe es „endlich los!“, freute sich Sylvia Pfannschmidt, die Kuratoriumsvorsitzende der Hospiz-Stiftung. Am Dienstag fand der lang ersehnte Spatenstich für das 6,5 Millionen Euro teure Bauprojekt an Lindenstraße und Aller statt. Ab jetzt rollen die Bagger, liefern Lastwagen Beton und Steine.

Pfannschmidt hieß die Zuschauer willkommen, die überhaupt erst „dazu beigetragen haben, dass dies heute möglich ist“ – die Ehrenamtlichen der Hospiz-Arbeit und der Palliativarbeit, Mitglieder des Kuratoriums, Architektin sowie all die Menschen, die den Bau finanziell und politisch unterstützen.

Stiftungsvorsitzender Alexander Michel war einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte der Idee, die vor sieben Jahren bei Palliativmediziner Jörg Dreyer, Kirchen, Sparkasse, Kreis und Stadt, Hospizarbeit und Palliativnetz reifte: „Zielsetzung war und ist die Förderung der Wohlfahrtspflege und insbesondere der Bau eines Hospizes.“ Nur die Grundstückssuche habe sich als problematisch erwiesen. „Wir haben insgesamt sieben Bauplätze geprüft.“ Viele scheiterten an zu hohen Kosten oder an „schwierigen Nachbarn“. „Wir waren ratlos und verzweifelt“, so Michel.

Doch die Erlösung sei mit Bürgermeister Matthias Nerlich und GWG-Geschäftsführer Andreas Otto gekommen: ein 3223 Quadratmeter großer Platz an der Aller. Nerlich erinnerte sich gut daran, dass das Projekt schon einmal kurz vor dem Aus war. Aber: „Man muss eben zusammenstehen. Das Projekt ist einfach zu wichtig.“

Nach Eingang der Baugenehmigung im Februar dieses Jahres brach allerdings Corona über die Bauwilligen herein – „wochenlang lag alles brach, nur die Baukostenentwicklung nicht“. Deshalb brauche es auch weiter noch fleißige Spender, sagte Michel. „Es ist noch ein langer Weg. Und jede Spende schafft die notwendigen finanzielle Freiräume.“

Auch für Architektin Andrea Geister-Herbolzheimer war der Dienstag ein besonderer Tag. Sie hofft, dass das gutshofähnliche Gebäude, dass Moderne mit historischer Gebäudesubstanz verbinden soll, „architektonische Strahlkraft für die Stadt“ entwickle.

Landrat Andreas Ebel wünschte sich, dass mit dem Haus das Thema Tod, das sonst gern verdrängt wird, wieder „in den Mittelpunkt der Gesellschaft“ gelangt.

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