Müdener Schule vom Verkehr abgeschirmt

Müden.  Eine Begegnungszone gibt Fußgängern Vorrang und verbannt Elterntaxis. Billig war das alles nicht.

Stellvertretend für die 190 Kinder der Müdener Aller-Oker-Schule dankten Lenn Aron und Zazou den Gemeindevertretern für die neue verkehrssichere Begegnungszone mit einem Plakat.

Stellvertretend für die 190 Kinder der Müdener Aller-Oker-Schule dankten Lenn Aron und Zazou den Gemeindevertretern für die neue verkehrssichere Begegnungszone mit einem Plakat.

Foto: Christian Franz

Obwohl die dörfliche Grundschule in Müden bis vor einigen Jahren weitaus mehr Schüler hatte als die aktuell 190, wurde es gefühlt immer enger vor dem Schulgebäude mitten im Dorf. Gemeinde Müden und Samtgemeinde Meinersen reagierten mit einem massiven Investitionsprogramm. Für mehr als 600.000 Euro bekam die Aller-Oker-Schule erst eine Hol-und-Bringzone für Elterntaxis in der Straße Am Sportplatz und über den Sommer eine neue Begegnungszone mit Bushaltestellen direkt vor dem Schultor.

Dienstag war coronamäßige Eröffnung draußen im ebenfalls neuen Buswartehäuschen. Die Klasse 4a von Klassenlehrerin Birgit Stojan tanzte den Schultanz. Müdens Bürgermeister Horst Schiesgeries sprach zugleich als Samtgemeinde-Vize und erinnerte an den Planungsanlass ab Ende 2016: Immer wieder sei es zu gefährlichen Situationen vor der Schule gekommen. In der Begegnungszone nach Schweizer Vorbild, topfeben bis auf die Einstiegsstufen zu den Bussen, hätten nun Fußgänger eindeutig Vorrang vor Fahrzeugen. Schulleiterin Michaele Wohlgemuth sagte auf Anfrage, die Hol- und Bringzone habe sich eingespielt. Es funktioniert.

Meinersen nutzt die Förderkulisse geschickt aus.

Was mangels Software weiterhin nicht funktioniert, ist das geplante Fahrgastinformationssystem in Echtzeit. Schiesgeries dankte für umfangreiche Förderung von Landesnahverkehrsgesellschaft, Amt für regionale Landentwicklung und Regionalverband. Die Gemeinde bekam zu ihren anteiligen 350.000 Euro für die rustikal gepflasterte Begegnungszone 177.000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm der EU dazu. Die Samtgemeinde verantwortete die Bushaltestellen für 250.000 Euro und kassierte knapp 200.000 Euro Unterstützung. Das Projekt passe gut nach Müden, fand Schiesgeries: „Irgendwie ist ja unser Dorf eine einzige große Begegnungszone.“

Verbandschef Detlef Tanke vom Regionalverband schaute aus der Nachbargemeinde Hillerse vorbei. Er lobte die rührigen Meinersener, die Förderungen zu nutzen wüssten: „In der Samtgemeinde wohnen zwei Prozent der Einwohner des Regionalverbands. Aber es fließen acht Prozent der Nahverkehrsgelder.“

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