Westerbeck bremst Raser, Parker und Häuslebauer

Westerbeck.  Das Land sagt für Ausbau der L 289 in Westerbeck, Grußendorf und Ehra-Lessien 1,5 Millionen Euro zu

Carsten Lehrke (links) bleibt eine weitere Amtszeit Westerbecks Ortsbrandmeister, Christian Lenz (rechts) sein Stellvertreter. Ortsbürgermeisterin Annette Merz gratuliert. 

Carsten Lehrke (links) bleibt eine weitere Amtszeit Westerbecks Ortsbrandmeister, Christian Lenz (rechts) sein Stellvertreter. Ortsbürgermeisterin Annette Merz gratuliert. 

Foto: Christiane Schacht

Die Mitglieder des Ortsrates Westerbeck haben am Mittwoch bewiesen, dass sie nach Jahren des politischen und persönlichen Schlagabtauschs auch harmonisch können. So zeugten fast alle Beschlüsse von einer gemeinsamen Marschrichtung. Andreas Kautzsch (BIG Sassenburg) hatte sich in Fleißarbeit die Flecken im Dorfkern vorgenommen, die aktuell nicht mit einem Bebauungsplan bedacht sind. Damit hier nicht jeder bauen könne, wie er wolle, beantragte er, einen B-Plan mit örtlicher Bauvorschrift aufzustellen und eine Veränderungssperre zu beschließen. Rainer Knop (SPD) tat sich anfangs schwer, wollte erst einen Planer beauftragen, der sich gleich das ganze Dorf vornimmt. Letzteres mache, schon im Hinblick auf die Haushaltslage, keinen Sinn, beschied Bürgermeisterin Annette Merz (CDU). Und Waldemar Bartels (CDU) hielt es für wichtig, „heute unsere politische Absicht“ zu bekunden. Ein Kompromiss war am Ende die Lösung: Erst Aufstellung und Veränderungssperre, dann Planer.

Mit abgearbeitet wurde gleichzeitig die Entwicklung der Landesstraße 289, für deren Ausbau das Land für Westerbeck, Grußendorf und Ehra-Lessien 1,5 Millionen Euro zugesagt hat. Kautzsch: „1,5 Millionen für drei Orte, das ist gar nichts.“ Er befürchtet, dass hier zu schnell und unbedacht agiert wird. Bartels war gelassener, weiß er doch, dass die Bürger im Laufe der Planung beteiligt werden müssen. Der Verkehr ist auch auf dem Bokensdorfer Weg ein Problem. Corona-bedingt ist die Einbahnstraßenregelung auf einem Teilstück bisher nicht umgesetzt worden, auf gerader Strecke bis zur Grundschule wird, da waren sich alle einig, zu schnell gefahren. Der Antrag von Kautzsch, hier mit Markierungen auf der Fahrbahn auf Tempo 30 hinzuweisen, wurde einstimmig angenommen. Breite Schwellen aus Kunststoff will der Ortsrat im Mühlenweg sehen und hält damit an seinem Beschluss fest, in dem Straßenzug für Verkehrsberuhigung zu sorgen. Und das, obwohl die Gemeinde Sassenburg nach einer Messung zu dem Schluss gekommen war, hier könne den Wünschen der Anlieger nicht entsprochen werden.

Da in der Kleinen Dorfstraße gegenüber von Praxis und Apotheke immer noch geparkt wird, wünscht sich der Ortsrat halbrunde Poller, damit der Gehweg frei bleibt. Einzig hier gingen die Meinungen auseinander, denn Knop sprach für die Anlieger, die sich „keine baulichen Maßnahmen da wünschen“, und stimmte dagegen. Merz und Robin Leschke (SPD) enthielten sich. Feierlich, aber auf Abstand, gratulierte Merz den Feuerwehrmännern Carsten Lehrke und Christian Lenz, die für jeweils eine weitere Amtszeit als Ortsbrandmeister und Stellvertreter ernannt wurden.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder