Neues Verwaltungszentrum für Vordorf: Planer stellt Entwürfe vor

Vordorf.  Er hat für den Standort Zur Post zwei Varianten erarbeitet: unten Verwaltung, oben Kinderhort oder Wohnung. Einige Ratsmitglieder fürchten Parkplatzverlust.

Das neue Verwaltungszentrum Vordorf soll nach den aktuellen Entwürfen neben dem Bestandsbau auf dem Gelände der Gaststätte Zur Post entstehen – und zwar dort, wo jetzt noch Buschwerk zu sehen ist.

Das neue Verwaltungszentrum Vordorf soll nach den aktuellen Entwürfen neben dem Bestandsbau auf dem Gelände der Gaststätte Zur Post entstehen – und zwar dort, wo jetzt noch Buschwerk zu sehen ist.

Foto: Daniela König

Wie könnte das neue Verwaltungsgebäude in Vordorf aussehen? Am Montag stellte der Braunschweiger Architekt und gebürtige Papenteicher Niels-Peter Fischer dem Rat zwei Varianten für einen Neubau auf dem Gelände der Gaststätte „Zur Post“ vor. Der soll an der Ecke Kurze Straße/Hauptstraße gleich neben dem Bestandsbau entstehen, der wiederum saniert und als Bauhof der Gemeinde, Stuhllager der Gaststätte, Werkstatt und Archiv dienen könnte.

Seit zwei Jahren arbeiten Bürgermeisterin Monika Kleemann und ihre Mitarbeiter behelfsmäßig im Sportheim des TSV. Mit einem neuen Standort soll das Provisorium ein Ende haben.

Diplom-Ingenieur Fischer war beauftragt worden, Möglichkeiten für einen Neubau zu prüfen, in dessen Obergeschoss entweder ein Kinderhort oder eine Wohnung eingerichtet werden könnten. Beide Varianten legte er dem Ratsrund vor. Der Entwurf sieht im Erdgeschoss des Neubaus ein 40 Quadratmeter großes Sitzungszimmer, ein Bürgermeisterbüro sowie zwei Räume für Sachbearbeiter vor. Auch eine Teeküche und ein Foyer sind eingeplant. Sanitäre Anlagen sollen im nebenanliegenden Altbau untergebracht werden. Der Neubau werde optisch an die dörfliche Umgebung angepasst. Ein Glaskörper als Eingangsbereich wird beide Bauten miteinander verbinden, optisch aber als eigenständige Bauten kenntlich machen.

Während der Neubau nach diesen Entwürfen fast 400.000 Euro kosten würde, entfielen auf die Bauhofsanierung samt Errichtung sanitärer Anlagen rund 226.000 Euro. Macht 626.000 Euro Gesamtkosten für die Gemeinde. Fischer betonte, dass sowohl der Neubau als neues Verwaltungszentrum als auch die Altbausanierung für eine Nutzung des Gemeindeteams förderfähig seien. Weil Vordorf den Förderantrag bis September eingereicht haben muss, mahnte die Bürgermeisterin zur Eile. „Wir wissen nicht, wie viele Einnahmen wir als Gemeinde haben werden“, sprach Monika Kleemann (CDU) mögliche Einbußen bei den Steuereinnahmen durch die Coronakrise an. „Aber wir müssen handeln, wir können das nicht länger aufschieben!“

Einige Ratsmitglieder äußerten Bedenken, dass durch den Neubau an diesem Standort zu viele Parkplätze wegfallen könnten. Horst Piksa (SPD) war vor diesem Hintergrund mit der Wahl ganz und gar nicht einverstanden. „Ihr kennt meine Meinung. Mein Favorit sind die alten Umkleideräume im Gemeindezentrum Rethen, da sind auch Parkplätze vorhanden.“ Anders sah das Telse Dirksmeyer-Vielhauer (CDU). „Der größte Charme an dem Entwurf ist die Ortsmitte.“ Weitere Vorschläge oder Änderungswünsche sollen die Ratsmitglieder dem Planer jetzt schnellstmöglich mitteilen und diskutieren, um eine zufriedenstellende Lösung für alle zu finden. „Das ist ein Prozess, das muss sich entwickeln. Änderungen sind zu jeder Zeit möglich“, betonte der Architekt.

Die ersten Entwürfe sagten dem Großteil des Rates jedenfalls zu: Unter der Prämisse, dass die Fraktionen noch weitere Wünsche einbringen können, beschloss der Rat bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme, Niels-Peter Fischer mit der Planung des Verwaltungszentrums zu beauftragen.

Nach längeren Diskussionen einigte sich der Rat mehrheitlich darauf, Fachausschüsse zwecks Risikominimierung ausfallen zu lassen, falls die Reproduktionszahl des Coronavirus über 1,0 liegt. Die Reproduktionsrate gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Liegt die Zahl bei 1,0, steckt eine Person durchschnittlich eine weitere Person an.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder