Gottesdienste kommen per Youtube ins Wohnzimmer

Gifhorn.  Die Kirche im Brauhaus hatte ihre Premiere auf Youtube schon am vergangenen Sonntag.

Die Kirche im Brauhaus geht wegen Corona mit seinen Gottesdiensten online.

Die Kirche im Brauhaus geht wegen Corona mit seinen Gottesdiensten online.

Foto: Reiner Silberstein

Was macht Kirche, wenn Versammlungen wie Gottesdienste wegen der Corona-Ansteckungsgefahr verboten sind? Oder wenn sogar einer der Pastoren in häuslicher Quarantäne sitzt? Man verlegt die Gottesdienste einfach ins coronasichere Internet – die Kirche im Brauhaus hatte ihre Premiere auf Youtube am vergangenen Sonntag.

„Wir wollen das Beste für die Stadt“, sagt Pastor Thomas Ruhl in seinem ersten Online-Gottesdienst, der seit Sonntagmorgen unter www.kirche-im-brauhaus.de zu sehen ist, „aber auch den Glauben leidenschaftlich leben.“ Daher werde aus der Kirche im Brauhaus nun vorübergehend die „Kirche zuhause“. Und so ist alles wie gewohnt – die Band tritt auf, die Musiktexte werden eingeblendet, Ruhl hält die Predigt, … – nur eben auf dem Bildschirm.

1600 Mal sei das Video, das über die Youtube-Plattform läuft, aufgerufen worden, berichtet Ruhls Kollege Pastor Lothar Krauss aus der Quarantäne – er war einer der ersten Infizierten im Kreis Gifhorn und durfte ohnehin keinem realen Gottesdiensten mehr beiwohnen. Von zuhause aus habe er mitgeholfen, die Idee zum Laufen zu bringen, hat rechtliche und technische Fragen geklärt. „Mit der Predigt als Podcast waren wir schon länger dabei, aber das war nur Audio.“ Den Online-Gottesdienst hatten die Brauhaus-Christen schon am Samstag in gewohnter Kulisse vorproduziert – vor leeren Stuhlreihen. Der Link zum fertigen Einstünder wurde dann am Sonntagmorgen um 8 Uhr freigeschaltet.

So soll es weitergehen – und noch viel weiter. Denn Krauss hat sich so sehr in die Materie vertieft, dass er in seinem Internet-Blog anderen Kirchen Tipps und Links zusammenstellt, wie man solche Youtube-Gottesdienste auf die Beine stellt: https://der-leiterblog.de/kirchen-helfen-kirchen/ – „das hilft Christen bundesweit“.

Nicht in ganz Deutschland aber zumindest in Norddeutschland hat Krauss‘ Engagement im Internet – und dazu zählt auch sein Quarantäne-Tagebuch – schon mediale Aufmerksamkeit erfahren: Sowohl die Bild-Zeitung als auch der NDR haben den Gifhorner Pastor vor wenigen Tagen interviewt. Der Virus jedenfalls scheint ihn nicht so schwer erwischt zu haben: „Ich hatte etwas mehr Husten bekommen, aber nach wie vor nimmt die Krankheit einen sehr milden Verlauf.“ Wenigstens bis zum 25. März muss er zusammen mit seiner Frau Heike noch in den eigenen vier Wänden ausharren.

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