Zwei bestätigte Fälle von Corona im Kreis Gifhorn

Gifhorn.  Im Landkreis Gifhorn gibt es zwei bestätigte Fäll von Corona. Laut Kreisrat Rolf Amelsberg seien beide in häuslicher Quarantäne.

Ein Laborant behandelt Proben im Specialist Virology Centre der Universitätsklinik von Wales, um einen diagnostischen Test auf das neuartige Coronavirus durchzuführen (Symbolbild).

Ein Laborant behandelt Proben im Specialist Virology Centre der Universitätsklinik von Wales, um einen diagnostischen Test auf das neuartige Coronavirus durchzuführen (Symbolbild).

Foto: Ben Birchall / dpa

Der Landkreis Gifhorn hat seine ersten beiden bestätigten Fälle von Corona-Infektionen – die Nachricht verkündeten Kreisrat Rolf Amelsberg, der Leiter des Gesundheitsamts, Josef Kraft, und Dr. Christiane Steiner am Mittwochnachmittag im Kreissozialausschuss im Gifhorner Schloss.

Eine Person hat sich offenbar bei einem Italien-Urlaub infiziert. Ihr letzter Kontakt zu nachweislich mit coronainfizierten Personen aus der Reisegruppe war am Samstag, 8. März. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub habe sich die Person umgehend beim Gesundheitsamt gemeldet und sei seit dem Abstrich in häuslicher Quarantäne. Die zweite Person soll sich das Virus vermutlich bei einem größeren Kongress außerhalb des Landkreises eingefangen haben und ist ebenfalls zuhause mit ihren Mitbewohnern isoliert. Die beiden Betroffenen sollen keine schweren Symptome haben – nur leichte Erkältungsanzeichen ohne Fieber. Die Mitbewohner würden erst auf das Virus getestet werden, wenn Symptome auftreten sollten.

Corona-Fälle in Gifhorn: Gewissheit kam am Mittwochnachmittag

„Bei beiden liegen keine Vorerkrankungen vor, so dass ein schwerer Verlauf nicht zu erwarten ist“, berichteten Dr. Christiane Steiner und Amtsarzt Joseph Kraft. Sofern sich die vorhandenen Symptome verschlimmerten, würden weitere Maßnahmen getroffen. Beide würden deshalb täglich telefonisch kontaktiert.

Die Gewissheit, dass sich zwei Menschen aus dem Kreis mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert haben, kam am Mittwochnachmittag vom Landesgesundheitsamt in Hannover. Das dortige Labor untersucht die Abstriche der Verdachtsfälle. Aus Datenschutzgründen mache der Kreis aber keine weiteren Angaben zu den Personen.

Das Gesundheitsamt veranlasst bereits seit Entnahme des Abstriches weitere Schritte. Dazu gehöre insbesondere, die Kontakte der infizierten Personen im Zeitraum von zwei Tagen vor dem Auftreten der Symptome zu ermitteln, teilt Kreis-Pressesprecherin Sina Sosniak mit. So sollen mögliche Ansteckungsketten unterbrochen werden. „Es ist nicht auszuschließen, dass die betroffenen Personen andere Kontakte hier im Landkreis hatten. Das wird derzeit überprüft“, sagte Kreisrat Amelsberg. „Erste Schritte werden nun sein, das Umfeld der beiden Erkrankten abzuklopfen.“

Ärzte im Kreis Gifhorn haben auf Dauer vermutlich nicht genügen Schutzkleidungen

Landrat Dr. Andreas Ebel ruft per Pressemitteilung alle Einwohner des Kreises dazu auf, Ruhe zu bewahren: „Der Landkreis ist gut vorbereitet. Die Absprachen mit beteiligten Organisationen stehen. Außerdem habe ich schon vor gut einer Woche einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen, der sich inzwischen täglich trifft, um die aktuelle Lage zu besprechen und weitere Maßnahmen rechtzeitig ergreifen zu können.“ „Wir werden Entscheidungen treffen, wenn sie nötig sind“, stellte Amelsberg im Sozialausschuss klar.

Ein Problem zeichnet sich schon ab: Die Ärzte im Kreis Gifhorn haben auf Dauer vermutlich nicht genügen Schutzkleidungen. Josef Kraft im Sozialausschuss: „Wir haben keine größeren Vorräte. Kleidung wird, sofern negativ bei uns getestet wird, weiter verwendet, bei positiven Fällen natürlich nicht.“ Stefan-Marzischewski-Drewes (AfD), selbst Arzt im Helios-Klinikum, erklärte, dass die Krankenhäuser ihre Vorratshaltung weitestgehend abgeschafft hätten.

Die Anregung von Wockenfuß, dass die Bürger im Verdachtsfall sich selbst per Abstrich testen sollten, lehnte Kraft ab: „Diese Tests müssen von Fachleuten vorgenommen werden. Wenn ein Nichtfachmann den Test falsch anwendet, die Person ist erkrankt und es wird nicht festgestellt, dann haben wir ein Problem“, sagte er.

Landkreises Gifhorn appellierte an alle Veranstalter

Der Landkreis sehe auch nach der Bestätigung zweier Infizierungen keinen Anlass für die Schließung von Einrichtungen wie Kitas oder Schulen oder für eine generelle Absagen von Veranstaltungen, heißt es in der Pressemitteilung von Mittwochnachmittag: „Grundsätzlich ändert sich für die Bevölkerung unmittelbar durch das Auftreten der ersten Corona-Fälle nichts.“

Das Gesundheitsamt des Landkreises Gifhorn appellierte dennoch schon am Morgen an alle Veranstalter, sie mögen prüfen, ob sie geplante Veranstaltungen tatsächlich durchführen wollen. „Es muss jedem Veranstalter bewusst sein, dass Veranstaltungen dazu beitragen können, dass sich das Coronavirus schneller verbreitet“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Sie müssten vorher prüfen, ob eine Gefahr der Ansteckung und der Weiterverbreitung des Virus für die Teilnehmer oder die Bevölkerung allgemein besteht.

Auch appelliert das Gesundheitsamt des Landkreises Gifhorn an die möglichen Besucher von Veranstaltungen, „im eigenen Ermessen zu entscheiden, ob die Teilnahme nötig und sinnvoll ist.“ Gerade wenn zum Beispiel internationales Publikum oder welches aus einem Risikogebiet zu erwarten ist oder wenn die Betroffenen zur Risikogruppe mit schweren Krankheitsverläufen gehören.

Hinweis:

Das Bürgertelefon der Kreisverwaltung ist ab sofort auch samstags und sonntags von 8 bis 16 Uhr kostenlos erreichbar: (0800) 8282444.

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

66 Fälle von Coronavirus sind in Niedersachsen bestätigt

WHO bezeichnet Verbreitung des Coronavirus als Pandemie

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (3)