Mediziner warnt eindringlich vor Gefahren der Handynutzung

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Handys gehörten nicht in Kinderhände und nicht in Schulen, so der Mediziner Professor Karl Hecht.

Handys gehörten nicht in Kinderhände und nicht in Schulen, so der Mediziner Professor Karl Hecht.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Gifhorn.  Professor Karl Hecht referierte im Mehrgenerationenhaus auf Einladung der Bürgerinitiative Gesundheitsverträgliche Funknetze Landkreis Gifhorn.

Wie gefährlich sind Handys und Computer für unsere Gesundheit? Für den Physiologen Karl Hecht gibt es darauf nur eine einzige Antwort: „Sehr gefährlich!“ Das verdeutlichte der 95 Jahre alte Mediziner, der bis 1991 als Professor an der Charité tätig war, in seinem Vortrag im Mehrgenerationenhaus. Eingeladen hatte die Gifhorner Bürgerinitiative (BI) Gesundheitsverträgliche Funknetze Landkreis Gifhorn. Vorsitzende Nicole Wolf begrüßte etwa 60 Zuhörer.

Wolf hatte schon in der Einladung darauf hingewiesen, die Initiative wolle deutlich machen, dass hinter den Kritikern keine esoterischen Spinner stehen. Hecht habe anlässlich seines 95. Geburtstags eine Grundsatz-Schrift über die Risiken der steigenden Strahlenbelastung veröffentlicht. Diesen deutlichen Appell wiederholte er in seinem Vortrag in Gifhorn. Alle technisch produzierten hochfrequenten Funkwellen strahlen, und all diese Strahlen können Krankheiten auslösen.

Hecht sprach von einer Multimorbidität. Das Spektrum der Krankheiten reichte von Schlafstörungen, Burnout, Depressionen bis hin zu Krebserkrankungen und embryonalen Schädigungen. Die Strahlen sehe, höre und schmecke niemand, so der emeritierte Professor. Aber genau das mache sie so gefährlich. Oder im Klartext: Eine täglich eineinhalbstündige Handynutzung könne in 15 Jahren zum Hirntumor führen. Diese Strahlung zu unterschätzen und die Gefahren zu missachten, könne verheerend für die Volksgesundheit sein, so der 95-Jährige.

Seine Vorwürfe und Forderungen richteten sich an Netzbetreiber, die Bundesnetzagentur, die Politik und das Bundesamt für Strahlenschutz. Er bemängelte, dass wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert werden. In seinem Vortrag ging er zurück bis zu ersten medizinischen Erkenntnissen aus dem Jahr 1932. Da gab es erste Erkenntnisse über ein Radiowellen-Syndrom. Auch die Radarstrahlungsopfer der Bundeswehr sprach er an. Von rund 3800 Betroffenen seien nur 640 als Strahlenopfer anerkannt. Außerdem zitierte er aus einer Untersuchung des medizinischen Dienstes der Nationalen Volksarmee aus dem Jahr 1980, in der Krankheiten wie Tuberkulose, Rheumatismus, Hyperaktivität der Schilddrüse, Potenzstörungen aufgeführt wurden, alle ausgelöst durch elektromagnetische Strahlen.

Und dann das Wlan – „es breitet sich aus wie die Pest“, so Hecht, und sei ein „Hammerstressor für den Menschen“. Der Umgang sei verantwortungslos. Das gelte besonders für Wlan in Schulen. Der Umgang damit in Deutschland sei eine Schande. Hecht verwies auf Frankreich, dort sei die Handynutzung in Schulen verboten worden. Das geschah allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern damit die Schüler nicht dauern abgelenkt werden.

Hecht wehrte sich gegen den Vorwurf, er spreche von Verschwörungstheorien. Für ihn sei die gesundheitliche Gefährdung durch die elektromagnetische Strahlung zweifelsfrei bewiesen.

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