Frostiger Mai lässt Frühkartoffeln in Gifhorn erfrieren

Gifhorn.  Das war’s mit den Eisheiligen. Aber der Frost im Mai hat auf den Äckern im Landkreis Schäden hinterlassen, vor allem bei Frühkartoffeln.

Der Nachtfrost Anfang Mai hat bei den jungen Kartoffelpflanzen erheblichen Schaden angerichtet.

Der Nachtfrost Anfang Mai hat bei den jungen Kartoffelpflanzen erheblichen Schaden angerichtet.

Foto: Dirk Kühn

Mit kalten Sophie am Mittwoch endeten die Eisheiligen. Endlich! Vor allem der Nachtfrost Anfang Mai hat zu Schäden in Wald und Flur geführt. Auch in vielen Gärten sind beispielsweise die Triebe der der Walnussbäume oder Fliederblüten teilweise erfroren.

Bei einigen Landwirten, vor allem entlang der Moordörfer Platendorf, Westerbeck, Weißes Moor und Transvaal gab es auch beim Frühkartoffelanbau Frostschäden. Das bestätigt Hermann Brandt aus Westerbeck. Auf etwa 24 Hektar seien seine Frühkartoffeln abgefroren. Das sei an sich nicht schlimm, denn sie treiben neu aus, aber die Pflanze verlieren Kraft, das wirkt sich dann wiederum auf die Ernte aus. Brandt rechnet mit Verzögerungen bei der Ernte, „Wohl so drei Wochen“, erklärte er.

Als kritisch beschrieb Brandt auch die Situation beim Mais. die jungen Pflanzen seien nicht grün sondern gelb. Eher ein Einzelfall, eben bedingt durch den punktuell kräftigeren Frost in den Moorniederungen, sei ein Feld mit abgefrorener Sommergerste bei Weißes Moor.

Klar ist auf jeden Fall, dass der Vegetationsvorsprung nach den warmen Tagen im April, der zeitweisen Trockenheit und der dann folgenden Kälte verloren gegangen sei. „Das Wachstum stockt“, so Kreislandwirt Werner Warnecke.

Im Süden des Landkreise gab es vereinzelt Frostschäden, aber nicht von einem kritischen Ausmaß. Landwirt Ernst Lütje aus Wasbüttel, der seine Äcker in einer Betriebsgemeinschaft mit Jochen Gaus aus Ohnhorst bewirtschaftet, hat seine 4,5 Hektar Frühkartoffeln mit Vlies abgedeckt. Das bringt nicht nur eine frühe Ernte, sondern schützt eben auch vor Frost. „Wir sind ganz froh, dass wir das Vlies noch nicht abgenommen hatten“, so Lütje. Einzig an den Rändern seien einige Reihen abgefroren. Gewissermaßen Glück hatten Gaus-Lütje auch wegen der noch nicht gelieferten Stecklinge für Süßkartoffeln. 2018 haben sie mit dem Anbau begonnen, sind in der Region fast die einzigen. Pflanztermin ist nun in der nächsten Woche. Aus Uelzen habe er von einem Landwirt gehört, dem seien sie alle erfroren.

„Wir Landwirte leben ja mit dem Wetter, da sind wir vor Überraschungen nicht sicher, so Lütje. So sieht es auch Landvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse. Das sei so seit Generationen. Wer Frühkartoffeln im großen Stil anbaue, habe sie unter Folie. Betroffen sind nur einige wenige Landwirte. Probleme habe es eher mit späteren Sorten gegeben, die zwar oberirdisch abgefroren seien, aber das führe zu keinen großen Ertragseinbußen, weil sie wieder nachwachsen. Er rechne mit einem Erntebeginn für Frühkartoffeln Mitte Juni. „In einer prima Qualität für den Verbraucher“, so Böse.

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