Kein neuer Vorsitzender: Steht der SV Osloß vor dem Aus?

Osloß.  Wird am 2. März kein Nachfolger von Melanie Jung gefunden, endet der Spielbetrieb abrupt. Dabei läuft der 550 Mitglieder starke Verein sehr gut.

Melanie Jung machte klar:Findet sich am 2. März kein Nachfolger für ihren Posten als Vorsitzende, gehen dem SV Osloß die Lichter aus.

Melanie Jung machte klar:Findet sich am 2. März kein Nachfolger für ihren Posten als Vorsitzende, gehen dem SV Osloß die Lichter aus.

Foto: Privat / Archiv

Dem Sportverein Osloß, der mit seinen 550 Mitgliedern ein Schwergewicht im gesellschaftlichen Leben des Ortes ist, droht das Aus: In der Hauptversammlung am Sonnabend erklärte sich niemand bereit, als Vorsitzender die Nachfolge von Melanie Jung anzutreten. Jung erklärte im Rundschau-Gespräch: „Wenn sich in den nächsten fünf Wochen kein Vorstand findet, dann gehen die Lichter aus“.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung soll am 2. März ein neuer Anlauf unternommen werden, den Vorstand neu zu besetzen.

Misslingt das, werden die Überweisungen für die Übungsleiter eingestellt, das Vereinsheim wird geschlossen und der Spielbetrieb endet abrupt. Jung: „Zwei Fußballmannschaften haben die Möglichkeit, aufzusteigen. Jetzt heißt es: Aufstieg oder totaler Abstieg“. Dabei sei der Verein gut aufgestellt. „Es handelt sich nicht um ein Sorgenkind, sondern um einen Wonneproppen“, erklärte die Vorsitzende, die in der verbleibenden Zeit im Amt bleibt.

In der Versammlung des 1922 gegründeten Vereins, an der etwa 50 Mitglieder im Vereinsheim teilnahmen, wandte sich auch Bürgermeister Axel Passeier mit einem flammenden Appell an die Teilnehmer, den SV Osloß auch im Sinne der Dorfgemeinschaft zu erhalten. Passeier übernahm sogar das Amt des Wahlleiters und zeigte sich bitter enttäuscht darüber, dass sich trotz einer Sitzungsunterbrechung niemand zur Wahl stellte.

Melanie Jung betonte gegenüber der Rundschau, dass schon seit zwei Jahren bekannt sei, dass sie und der Kassenwart Clemens Neugebauer sich nicht erneut zur Wahl stellen wollten.

Die ganze Zeit über habe man betont, dass sich neue Leute finden müssten, die Verantwortung für den Verein übernehmen wollen. Nach einigen kurzen Gastspielen im Vorstand hätten sich mögliche Kandidaten immer wieder zurückgezogen, als sie merkten, dass das Amt mehr als reine Präsentation sei. Noch einmal wurden in der Hauptversammlung zwei Mitglieder geehrt: Ralf Prinke ist seit 50 Jahren dabei, Josef Lehner seit 60 Jahren.

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