Der Karnevalsumzug in Hondelage wird immer größer

Hondelage  Von der Spitze grüßt Prinz Harald, in der Mitte marschiert eine Raupe, vom Rhein kommen närrische Biertester – Hondelage hat Karneval gefeiert.

Drei fröhliche junge Frauen hatten beim Umzug ihren Spaß.Fotos: Karsten Mentasti

Drei fröhliche junge Frauen hatten beim Umzug ihren Spaß.Fotos: Karsten Mentasti

„Hondeln helau!“ Acht Tage vor dem Schoduvel in der Innenstadt feierten die Bewohner Hondelages und Gäste schon mal Karneval, mit dem einzigen Stadtteilumzug in Braunschweig – und einer anschließenden Party im Sportheim. Auch ein neuer Prinz präsentierte sich den Zuschauern: Harald I. alias Landwirt Harald Winkelbrandt, der mit seiner Frau und Gefolge gleich vom zweiten Wagen winkte.

„Immer mehr Bewohner beteiligen sich am Umzug, wir müssen fast aufpassen, dass auch noch genügend Zuschauer aus dem Ort übrig sind“, scherzte Ralf Parpat, der zusammen mit Sebastian Meyner und dem Hondelager Achterrat auch den siebten Umzug organisiert hat. 15 Gruppen waren dabei, das ist Rekord. Doch von Meter zu Meter wird der Zug sowieso immer länger, da das überwiegend verkleidete Publikum sich dem letzten Wagen in Richtung Party am Tränkeweg anschließt. Manche Wagen werden gezogen von kleinen Treckern, andere durch Aufsitzrasenmäher. Mittendrin: Eine lustige Raupe im Gänsemarsch und der Spielmannszug Salzgitter-Lebenstedt mit im leichten Schneefall sichtlich frierenden Musikern.

Pech hatte eine lustige in den Stadtfarben Rot und Weiß gekleidete Gästetruppe aus Köln („Vom rechtsrheinischen Ufer!“) – Freunde und Bekannte von Parpat und Meyne, die zu Acht angereist waren und von zuhause auch süßes Wurfmaterial für die Zuschauer in den Dorfstraßen mitgebracht hatten. Ihr Bollerwagen mit Kölner Stadtwappen erlitt einen Achsbruch. Das nervte, störte die gute Laune aber keineswegs. „Wir laufen uns hier warm“, berichtete Elfie aus der Domstadt, „daheim beginnen die Umzüge erst Donnerstag.“ Freundin Jarina lobte: „Euer Bier schmeckt!“ – sie meinte damit den Prinzensud aus dem ansässigen Hofbrauhaus. Mal was anderes als Kölsch…

Begeistert war Kollegin Iris von Stimmung und Kreativität im kleinen niedersächsischen Ortsteil: „Die Leute schreien so laut wie bei uns – und alle Achtung für die Verkleidungen, die sich die Zuschauer hier ausgedacht haben.“ Nur an das ,Helau’ mussten sich die karnevalserprobten Rheinländer gewöhnen, bei ihnen heißt es bekanntlich ,Alaaf‘.

Apropos Rhein: Die Karnevalsvereinigung der Rheinländer Braunschweig brachte kurz vor Zugbeginn noch zwei Kisten mit Spielzeug zum Verteilen an Kinder vorbei – eine erste zarte Annäherung der großen Karnevalsklubs an den kleinen, ursprünglichen Ableger aus Hondelage?

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