Einblicke in Arbeit und Privates

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Stöckheim  Bei den Offenen Werkstätten ist an diesem Wochenende erstmals Volkmar Jesieks Maleratelier im Großen Weghaus zu besichtigen.

Herzöge gingen hier ein und aus, auch Lessing und Raabe waren oft zu Gast. Das Ende des 17. Jahrhunderts als Zoll- und Gasthaus errichtete Große Weghaus in Stöckheim hat eine lange Geschichte. Ein Anbau aus der Zeit um 1900 ist für Maler Volkmar Jesiek Arbeitsstätte und Wohnung zugleich geworden.

„Ich hatte auch schon mal Ketten auf meinem Bett ausgelegt.“
Organisatorin Kirsten Centmayer, die Edelsteinschmuck anbietet.

„Die Atmosphäre ist für meine künstlerische Arbeit wichtig“, sagt er. Und die will der 59-Jährige Anderen nicht vorenthalten. Zum ersten Mal ist er bei den Offenen Werkstätten dabei, die am Wochenende zum sechsten Mal stattfinden. „Hier wird praktisch 24 Stunden lang Kunst getrieben“, sagt Jesiek und braucht keine Trennung zwischen Job und Privatleben. An den Wänden stehen und hängen seine Bilder.

Fremde Menschen hier hereinzulassen, ist für den freien Künstler weder Problem noch Ausnahme. Das Wohnatelier dient auch als Ort für kunsttherapeutische Sitzungen und Malkurse, die Jesiek ebenfalls anbietet.

Auch Tatjana Weih ist erstmals bei der Veranstaltung dabei – als Gast aus Fallersleben. Seit sieben Jahren illustriert und schreibt sie hauptberuflich Kinderbücher. „Ich habe einfach Lust dazu, man knüpft dadurch Kontakte und wird in Braunschweig bekannter“, erklärt sie, warum sie sich zur Teilnahme entschieden hat.

Auch die 44-Jährige hat bei sich in Fallersleben keine Trennung von Privat- und Arbeitsbereich eingeführt. „Wenn man das liebt, was man macht, muss man es auch nicht vom Privaten trennen“, meint die fünffache Mutter überzeugt. Am Wochenende präsentiert sie ihre Bücher in einem Privathaus in Stöckheim.

In ihren eigenen vier Wänden stellt dagegen Organisatorin Kirsten Centmayer die Objekte ihres künstlerischen Schaffens zur Schau. Dazu gehören Seiden- und Wollschals, aber vor allem Edelsteinschmuck. „Mein Leben ist geprägt von der Liebe zu Steinen und Mineralien“, erzählt sie. Aus denen fertigt sie Armbänder, Ketten und Ohrschmuck.

Bei der Zusammenstellung der Schmuckgegenstände achtet sie nicht nur auf Optik. „Jeder Stein hat seine Wirkung“, sagt die 60-Jährige, die sich auch mit Edelsteinheilkunde beschäftigt.

Das Öffnen ihres Zuhauses für drei weitere Künstlerinnen und wohl mehrere Hundert Besucher ist für sie ebenfalls kein Problem. „Ich hatte auch schon mal Ketten auf meinem Bett ausgelegt“, berichtet sie. Dass nicht jeder das wolle, sei aber auch klar.

OFFENE WERKSTÄTTEN

16 Künstler gewähren an 8 Stationen in Stöckheim Einblicke in ihr Schaffen. Besucher können am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhrdabei sein.

Infos im Internet: www.offenewerkstaetten.blogspot.deht

An zwei Stationen dienen nur Gärten als Ausstellungsfläche. Der Genuss von so viel historischem Flair wie bei Volkmar Jesiek im Weghaus ist aber sowieso woanders kaum möglich.

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