„Ein kleines, schlichtes Bad würde genügen“

Gliesmarode  150 Besucher diskutierten mit Jürgen Scharna über die Zukunft des Badezentrums. Daraus entwickelte sich eine Idee.

Die Schließung dreier Hallenbäder nach Eröffnung des Erlebnisbades „Wasserwelt“ an der Hamburger Straße wird in der Stadt noch kontrovers diskutiert. Zu der Veranstaltung in Gliesmarode in der Begegnungsstätte neben dem ebenfalls von der Schließung bedrohten Badezentrum kamen rund 150 Besucher, die den Saal komplett füllten. Längst nicht alle hatten einen Sitzplatz.

„Die Ratsabstimmung im Februar war eine Bestätigung des Beschlusses von 2007.“
Frank Graffstedt, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtbad GmbH

Trotz einiger leidenschaftlicher Wortbeiträge verlief die knapp zweistündige Diskussion überwiegend sachlich. Die Ratsherren Frank Graffstedt (SPD) und Jürgen Wendt (CDU) ließen am Ende aber keinen Zweifel daran offen, dass der Rat keine Änderung des 2007 getroffenen Beschlusses anstrebe. „Wir haben im Februar 2013 neu über das Freibad Waggum beschlossen, aber über Gliesmarode hat damals niemand geredet. Die Ratsabstimmung war eine Bestätigung des Beschlusses von 2007“, sagte Graffstedt, der Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Stadtbad GmbH ist.

Deren Geschäftsführer Jürgen Scharna beantwortete eine Reihe von Fragen – freilich nicht zur Zufriedenheit aller Besucher. Drei Themenbereiche wurden während der Versammlung besonders diskutiert: Der Vorteil wohnortnaher Hallenbäder für den Schulschwimmsport einerseits und für ältere Schwimmer andererseits – und die Forderung nach einem unabhängigen Gutachten über den Sanierungsbedarf im Badezentrum Gliesmarode.

„Es herrscht Misstrauen gegenüber der Stadtbad GmbH, die die Zahlen von mehr als zehn Millionen Euro Sanierungskosten selbst ermittelt hat“, erklärte Kristine Schmieding, die zusammen mit Andrea Walzog, Gisela Hartwieg und Joachim Brandes den Abend organisiert hatte.

Besucher Ulrich Wegener, der jahrelang im Stadtbezirk Volkmarode politisch aktiv war, hatte sich bei einem vereidigten Gutachter für Schwimmbäder erkundigt: „Ein neutrales Gutachten würde zwei Monate dauern und maximal 20 000 Euro kosten.“ Geld, das die Stadtbad GmbH nicht mehr in die Hand nehmen möchte. Scharna wehrte sich: „Mir sollte keiner vorwerfen, bewusst falsche Zahlen ermittelt zu haben.“

Er berichtete, dass Stadtbad GmbH und Politik früher Gliesmarode als Standort eines Hallenbad-Neubaus bevorzugt hätten. „Doch das Gelände ist aufgrund benachbarter Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebiete zu klein, um es weiterzuentwickeln“, so Scharna.

Kristine Schmieding beschäftigt derzeit eine andere Idee: „Ein kleines, ganz schlichtes Bad am jetzigen Standort mit einer Sauna würde vielleicht genügen.“

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