Braunschweig. 113 Paar Schuhe stehen am Samstag auf dem Schlossplatz in Braunschweig. Sie stehen für Frauen, die vom Partner getötet wurden.

Es ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“: Am Samstag, 25. November, rufen die Vereinten Nationen weltweit zu Aktionen gegen Gewalt an Frauen auf. Auch Braunschweig nutzt diesen Tag für Aktionen gegen Gewalt an Frauen - in der symbolischen Farbe Orange.

Das Orange begegnet den Braunschweigerinnen und Braunschweigern an diesem Tag laut einer Pressemitteilung der Stadt Braunschweig auf den LED-Tafeln am BraWo Park, in der Beleuchtung des Portals der Villa Amsberg am Friedrich-Wilhelm-Platz, als Kinospot im Universum-Kino, auf der Newswall des Medienhauses unserer Zeitung und auf den Fahnen vor dem Altstadtrathaus.

113 Paar Schuhe stehen auf dem Schlossplatz

Eindrucksvoll sichtbar zudem: 113 Paar Schuhe stehen auf dem Schlossplatz von 11 Uhr bis 15 Uhr für die 113 Frauen, die im Jahr 2021 von Ihren (Ex-) Partnern getötet wurden. Passantinnen und Passanten können vorbereitete Trauerkarten für die Frauen niederlegen und sich über die Hilfestrukturen in Braunschweig informieren. Der Zonta Club Braunschweig begleitet die Aktion mit einer orangenen Sitzbank und lädt zu Foto-Statements ein.

Vor dem Kleinen Haus des Staatstheaters informiert der Soroptimist Club Braunschweig zusammen mit der Frauenberatungsstelle über die Prävention von häuslicher Gewalt und macht auf konkrete Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Frauen aufmerksam. Symbolisch werden Orangen verteilt.

80 Prozent der Gewaltopfer in Partnerschaften sind Frauen

Marion Lenz vom Gleichstellungsreferat der Stadt: „Gewalt gegen Frauen wird oft bagatellisiert, vor Jahren war Partnerschaftsgewalt eine ,Privatsache‘ und kein offizielles Gewaltdelikt.“ Dies ändere sich jedoch durch Bewusstseinsarbeit, auch deshalb sei der 25. November als jährlicher weltweiter Tag gegen Gewalt an Frauen so wichtig.

Laut Bundeskriminalamt liegt die Zahl der Gewaltopfer in Partnerschaften bei 143.604 Opfern im Jahr 2021. Die Betroffenen waren zu 80 Prozent Frauen. Bedrohung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Vergewaltigung: Gewalt komme in Paarbeziehungen nach wie vor erschreckend häufig vor. Marion Lenz: „Das sind höchst alarmierende Zahlen, die aber wegen der großen Dunkelziffer nicht einmal das ganze Ausmaß der Gewalt gegen Frauen abbilden.“

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weltweit eine der am weitesten verbreiteten Verletzungen der Menschenrechte. Sie umfasst viele Formen von Gewalt: so häusliche Gewalt, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, Zwangsheirat und Kinderehe, Genitalverstümmelung, Stalking, Zwangsprostitution oder sexuelle Belästigung. red.