Braunschweig. Die Linke nahm in St. Magni kein Blatt vor den Mund. Das Publikum in der knallvollen Kirche feierte Wagenknecht. Nur ein Wort blieb unerwähnt.

Extrem kritisch sieht Sahra Wagenknecht die Rolle des Westens bezüglich des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Mit einer „unsensiblen Außenpolitik“ hätten die USA die Russen überhaupt erst provoziert. Und nun trügen die USA und die Europäer durch Waffenlieferungen dazu bei, den Krieg zu verlängern. „Je länger dieser furchtbare Krieg läuft, desto schwieriger wird es, eine Verhandlungslösung zu erzielen“, sagt die prominente Linken-Politikerin am Donnerstagabend in der voll besetzten Braunschweiger Magnikirche bei einer Veranstaltung lokaler Friedensbündnisse. Wolfgang Richter, Oberst a.D. und Experte für Sicherheitspolitik, widerspricht der Kritik an Waffenlieferungen. „Die Ukrainer sterben nicht, weil wir Waffen liefern, sondern weil die Russen angreifen.“ Ohne Unterstützung würde der Widerstand in dem überfallenen Land halt mit Guerilla-Methoden laufen. Ja, der Westen habe Fehler gemacht, sagt Richter, doch als Grund für diesen seit 1945 beispiellosen Eroberungskrieg tauge dies auf keinen Fall.