Braunschweig. Alle Fakten zum Demozug: Um 13 Uhr geht’s los. Auf der Bühne sind unter anderem dies Drag-Queens Flexi Twixx und Marcella Rockefeller zu erleben.

Die große CSD-Parade in Braunschweig startet am heutigen Samstag, 13. August, um 13 Uhr, am Anna-Amalia-Platz hinter dem Kleinen Haus des Staatstheaters. Es geht dann in Schleifen durch die Innenstadt – unter anderem über Bohlweg, Münzstraße, Neue Straße, Kohlmarkt, Sack, Lange Straße und Hagenmarkt. Gegen 15 Uhr wird der Demozug den Schlossplatz erreichen, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.

Moderiert wird das Bühnenprogramm von der westfälischen Entertainerin Betty LaMinga, die zwischen Kölner Karneval und Götz Alsmanns „Zimmer frei“ ihre sängerischen und schauspielerischen Talente entfaltet hat. Dabei sind außerdem die Braunschweiger Drag-Queen Flexi Twixx, das Gitarrenduo Flinte, die Braunschweiger Soulband New Soul Generation, der deutsche Sänger Jordan Hanson und die rockende Drag-Queen Marcella Rockefeller.

Die „Pride Night“ wird im Braunschweiger Jolly Time gefeiert

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vorm Schloss präsentieren außerdem zahlreiche regionale Gruppen, Vereine, Initiativen und Parteien hier ihr Angebot

Ab 22 Uhr gibt es dann die „Pride Night“ auf zwei Dance Floors im Jolly Time, Broitzemer Straße, dem ehemaligen Jolly Joker.

Übrigens: Passend zur CSD-Parade ist in Braunschweig am sofort auch eine Regenbogen-Straßenbahn unterwegs.

Die CSD-Parade zieht sich durch die gesamte Braunschweiger Innenstadt.
Die CSD-Parade zieht sich durch die gesamte Braunschweiger Innenstadt. © CSD

CSD Braunschweig – Das größte LGBTTI*-Event zwischen Hamburg, Berlin und Köln

Zum Hintergrund: Die Ehe für alle ist erreicht. Und der Straftatbestand der sexuellen Belästigung wurde präzisiert und steht heute unter sensibler Beachtung. Erfolge, die der Verein für sexuelle Emanzipation in Braunschweig als Veranstalter des regionalen CSD-Festivals auch der steten Lobby-Arbeit der Lesben- und Schwulenverbände und den viel beachteten bunten CSD-Umzügen zuschreibt, die in Amerika und Europa für die sexuelle Gleichberechtigung demonstrieren.

Seit 1996 findet ein solcher Umzug auch in Braunschweig statt, das damalige Sommerlochfestival ist nun als CSD Braunschweig das größte LGBTTI*-Event zwischen Hamburg, Berlin und Köln, wie die Veranstalter betonen. LGBTTI* steht für Lesbian, Gay, Bisxual, Transsexual, Transgender and Intersexual.

Die westfälische Entertainerin Betty LaMinga moderiert das Bühnenprogramm der CSD-Parade in Braunschweig.
Die westfälische Entertainerin Betty LaMinga moderiert das Bühnenprogramm der CSD-Parade in Braunschweig. © Veranstalter

Was ist der Ursprung des Christopher Street Days?

Der CSD – Christopher Street Day – geht auf den 28. Juni 1969 zurück, als Schwule, Lesben und Transgender sich gegen eine Reihe von gewalttätigen Razzien der New Yorker Polizei gegenüber ihren Lokalen und Bars in Greenwich Village zu wehren begannen. Seither finden im Sommer die Gay-Pride-Paraden zum Gedenken an diesen Wendepunkt der sexuellen Emanzipation statt.

Auch der CSD Braunschweig möchte die Integration lesbischer, schwuler, bisexueller, transgender und transsexueller Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Region stärken und demonstriert gegen Diskriminierung und für die gesellschaftliche und politische Gleichstellung und Akzeptanz vielfältiger Lebensweisen.

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Selbstbewusster Auftritt der früher vielfach Ausgegrenzten

Zu den konkreten Forderungen gehört, dass sich die Bundesregierung in Ländern, die Homosexuelle verfolgen, für die Anerkennung des Menschenrechts der freien sexuellen Entfaltung einsetzt und Geflüchtete aus diesen Ländern in Deutschland sicheres Asyl erhalten.

Neben diesen gesellschaftspolitischen und international politischen Anliegen steht der CSD aber auch für Kunst und Kultur und soll Spaß machen. Dazu gehört der selbstbewusste Auftritt der früher vielfach Ausgegrenzten unter dem Stichwort „Pride“ – Stolz bei einem Demonstrationszug, der CSD-Parade, durch die Innenstadt Braunschweigs.

Vom kleinen Straßenfest zur großen Parade

Das 27. Sommerlochfestival in Braunschweig war vor Kurzem mit dem Hissen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus auf dem Platz der Deutschen Einheit gestartet. Oberbürgermeister Thorsten Kornblum und Vertreterinnen und Vertreter des Vereins für sexuelle Emanzipation (VSE) hatten das vierzehntägige Rahmenprogramms eröffnet.

„Als sichtbares Zeichen für Respekt, Akzeptanz und Vielfalt wird der Regenbogen die Veranstaltungen des Festivals bis zum Abschlusswochenende mit der CSD-Demonstration am 13. August begleiten“, hieß es in der Pressemitteilung des VSE.

Für die Organisatorinnen und Organisatoren handele es sich jedoch um mehr als nur einen symbolischen Akt: „Der gemeinsame Auftritt belegt einmal mehr die stetig wachsende Unterstützung, die der VSE und seine Projekte in den letzten Jahren durch die Stadt Braunschweig haben erfahren dürfen.“

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Der Verein verweist beispielhaft auf die Entwicklung des Sommerlochfestivals von einem kleinen Straßenfest zu einem festen Bestandteil im Braunschweiger Jahreskalender sowie auf das queere Zentrum „Onkel Emma“ in der Echternstraße. Dieses sei seit seiner Einrichtung 2011 ebenfalls zu einer Erfolgsgeschichte geworden.

Mehr Informationen sind unter www.csd-bs.de abrufbar.