Fernwärme-Versorgung in Braunschweig erneut gestört

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Blick auf das Heizkraftwerk Mitte zwischen Hamburger Straße und Uferstraße.

Blick auf das Heizkraftwerk Mitte zwischen Hamburger Straße und Uferstraße.

Foto: Dieter Heitefuß (Archiv)

Braunschweig.  Nun gibt es auch Probleme in der Weststadt. Die Reparatur soll zwei Tage dauern.

Die Probleme bei BS Energy sind offensichtlich doch gravierender als zunächst gedacht. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die der Energieversorger am Montagabend gegen 23.03 Uhr verschickte hat. Darin heißt es, dass im Heizkraftwerk Mitte seit Montagnachmittag nur eine reduzierte Fernwärmeleistung zur Verfügung stehe. Als Grund werden Qualitätsprobleme der eingesetzten Steinkohle genannt. BS-Energy rechnet damit, dass die Probleme zwei Tage anhalten werden.

Bereits am Sonntag hatte es technische Probleme an zwei Anlagen im Heizkraftwerk Mitte und auch Probleme mit der Kohle gegeben. Die Folge waren kalte Heizungen in der Innenstadt und rund um den Flughafen. Allerdings hatte BS Energy am Montagmittag gemeldet, dass die technischen Störungen behoben seien und man die Temperatur der Fernwärmeversorgung wieder auf das Normalniveau angehoben habe.

BS Energy: Störung wird auch in den nächsten Tagen anhalten

Nun wieder Ärger mit der Kohle. In der abendlichen Pressemitteilung schreibt Unternehmenssprecherin Anke Bartkiewicz: „Ähnliche Kohlequalitäten werden im Heizkraftwerke Mitte regelmäßig verfeuert. Durch die technischen Probleme reicht die Einspeisung in das Fernwärmenetz gegenwärtig nicht aus, um den witterungsbedingt außergewöhnlich hohen Wärmebedarf voll zu decken. Dies führt zu einem Temperaturabfall im Fernwärmenetz und den angeschlossenen Heizungen.“

Betroffen sind demnach insbesondere die Innenstadt, der Bereich am Flughafen und die Nordstadt. „Obwohl BS Energy mit allen verfügbaren Kräften an der Beseitigung der Störung arbeitet, kann es bei anhaltender extremer Kälte in den nächsten Tagen zu Beeinträchtigungen der Fernwärmeversorgung in den betroffenen Stadtteilen kommen“, kündigt Bartkiewicz an.

Probleme auch im Heizwerk Weststadt

Warum die Pressemitteilung am Montagabend erst gegen 23 Uhr verschickt wurde, obwohl die erneuten Probleme dem Unternehmen zufolge bereits seit dem Nachmittag aufgetreten sind, bleibt offen.

Wie BS Energy weiter mitteilt, ist es inzwischen zusätzlich auch noch zu Beeinträchtigungen bei der Fernwärmeversorgung für die Weststadt gekommen. Ursache sei ein technisches Problem im Heizwerk West. „Die Beseitigung der Störung dauert noch an. Die Versorgung der Weststadt erfolgt derzeit über eine reduzierte Wärmeleistung durch das Heizkraftwerk Mitte“, so Bartkiewicz.

Wohnungen sind kühl oder kühlen ab

Leser Dennis Thimm berichtete aus dem Bruderstieg im Westlichen Ringgebiet: „In meiner Wohnung habe ich, je nach Lage des Zimmers, eine Temperatur zwischen 15 Grad bis 19 Grad.“ Und das, obwohl die Thermostat-Ventile der Heizungen über Nacht auf 23 bis 26 Grad eingestellt waren. Auch die Warmwasserversorgung funktionierte nicht wie erhofft. „39 Grad werden erst dann erreicht, wenn ich das Wasser zwei bis drei Minuten lang laufen lasse. Anfangs kommt eisgekühltes Wasser.“

Ähnlich auch in der Weststadt. Leser Frank Truxius berichtete Dienstagmittag aus dem Ilmenweg: „Die Räume sind noch warm. Aber obwohl das Heizkörperventil auf Stufe 5 steht, erreicht der Heizkörper nur eine Wärme, die man erwartet, wenn das Ventil auf Stufe 2 steht.“ Er macht sich Sorgen um betagte Mitbewohner im Mehrfamilienhaus. In den Nachmittagsstunden stiegen die Temperaturen in den Heizkörpern wieder.

BS-Energy hat offenbar zwei Probleme zu lösen. Die angelieferte Kohle zum Verfeuern liefert offenbar nicht die erwartete Leistung im Heizkraftwerk Mitte. Zudem sind technische Probleme aufgetreten. Im Heizkraftwerk West, das an der Elbstraße liegt und die Weststadt versorgt, werde laut BS-Energy nicht Kohle, sondern Öl verfeuert. Die Weststadt werde gegenwärtig mit Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Mitte versorgt, das allerdings nur eingeschränkt Fernwärme produziert.

Mittlerweile heißt es: Die eingespeiste Wärme liege unter der für die extreme Kälte erforderlichen Temperatur. „Die Auswirkungen können in Abhängigkeit des jeweiligen Standorts und der eingesetzten Heiztechnik unterschiedlich ausfallen.“ BS Energy rechnet mit einer stark eingeschränkten Wärmeversorgung „mindestens noch für die nächsten zwei Tage. BS Energy arbeitet weiter mit Hochdruck daran, die bestehenden technischen Störungen zu beheben.

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