Planung für die Tram-Trasse durch Volkmarode ist fertig

Braunschweig.  An den Haltestellen soll Platz für Lastenräder sein. Ein Parkplatz an der Endstation soll nicht gebaut werden.

Vom Moorhüttenweg aus soll die Straßenbahn künftig weiter durch Volkmarode fahren.

Vom Moorhüttenweg aus soll die Straßenbahn künftig weiter durch Volkmarode fahren.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de / Archiv

Nach fast sieben Jahren Vorbereitung nimmt die erste neue Tram-Trasse in Braunschweig nun tatsächlich Gestalt an. Für die Strecke durch Volkmarode ist die sogenannte Entwurfsplanung fast fertig. Per Videokonferenz hatten die Straßenbahn-Planer von Stadt und BSVG vergangenen Monat den Bürgern die Planung vorgestellt. Die übliche Zusammenfassung der Ergebnisse wurde nun nachgereicht und ein Ausblick auf den künftigen Zeitplan gegeben.

Entwurfsplanung heißt: Die Planer haben nun erstmals festgelegt, wo genau die Trasse verlaufen wird, wo sich Haltestellen befinden werden, wie die Fahrbahn sowie die Fuß- und Radwege nach dem Umbau aussehen sollen. Gänzlich fertig sind die Planer noch nicht. Festgelegt werden muss zum Beispiel noch, wo und welche Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Wo werden die Signale stehen? Außerdem wartet das Schall- und Erschütterungsgutachten auf eine Aktualisierung. Während der Planung haben sich die gesetzlichen Vorgaben verändert.

Breitere Radwege vorgesehen

In die Entwurfsplanung sind Vorschläge aus der Bürgerschaft eingeflossen. Die Radwege sollen breiter werden als zunächst vorgesehen – zumindest dort, wo die Berliner Heerstraße dies zulässt. Die Umsteigemöglichkeiten in die Tram sollen sich außerdem verbessern. Erstmals wollen die Planer auch dem Umstand Rechnung tragen, dass die Zahl der Lastenräder in Braunschweig stark steigt. Die Abstellanlagen an den Haltestellen sollen darum groß genug sein, damit dort auch Lastenräder geparkt werden können.

Nicht aufgenommen wurde hingegen der Vorschlag, an der Endhaltestelle im Neubaugebiet von Volkmarode auch einen Parkplatz zu bauen. So sollten auch Pendler die Möglichkeit erhalten, per Straßenbahn in die Innenstadt zu fahren. Der Bedarf fehle, meinen die Planer. Sollte sich dies ändern, könnte aber nachträglich ein Parkplatz angelegt werden.

Kosten für Anlieger wohl geringer als üblich

Vorgesehen ist, nach den Sommerferien den vollständigen Entwurfsplan dem Rat vorzulegen. Schon vor den Sommerferien sollen allerdings die genauen Kosten feststehen. Dann soll es auch Informationen für Anwohner geben, in welcher Höhe sie Straßenausbau-Beiträge zahlen müssen. Die Planer rechnen damit: Weil ein Großteil der Kosten durch den Bau der Straßenbahn-Trasse bedingt ist, werde sich der ansonsten übliche Kostenanteil der Anlieger verringern.

Die Trasse durch Volkmarode soll Teil eines Entscheidungspaketes sein, zu dem auch eine neue Wendeschleife in Gliesmarode sowie die Trasse nach Rautheim gehören werden. Nur die Verbindung der drei Bauvorhaben sorgt dafür, dass eine Auflage der Bundesregierung erfüllt wird: Denn Fördergelder fließen nur, wenn Bauvorhaben angemeldet werden, die teurer als 30 Millionen Euro sind.

Entwurfsplanung für Rautheim wird präsentiert

Die Stadtverwaltung will demnächst zu weiteren Bürgerversammlungen einladen. Nächsten Monat soll bereits die Entwurfsplanung für die Trasse nach Rautheim vorgestellt werden. Geplant ist außerdem, dass es vor und nach den Osterferien noch Bürgerbeteiligungen zur Wendeschleife Gliesmarode geben wird.

Nach den Sommerferien soll der Rat beschließen, Fördergelder zu beantragen und ein Planfeststellungsverfahren für den Trassenbau zu starten. Die große Hoffnung ist, dass das Planfeststellungsverfahren aufgrund der Bürgerbeteiligungen reibungslos verläuft und keine Klagen den Beginn des Trassenbaus verzögern.

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