Braunschweigs Kitas sind zu – wer hat Anspruch auf Notbetreuung?

Braunschweig.  Die Stadt appelliert an alle Eltern, ihre Kinder ab Montag zu Hause zu betreuen und die Notbetreuung nicht in Anspruch zu nehmen.

Die Stadt geht davon aus, dass die Notgruppen in der Regel bis zu 8 Kinder im Krippenalter und 13 Kinder im Kindergartenalter umfassen können (Symbolbild).

Die Stadt geht davon aus, dass die Notgruppen in der Regel bis zu 8 Kinder im Krippenalter und 13 Kinder im Kindergartenalter umfassen können (Symbolbild).

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Als Reaktion auf die anhaltend hohen Infektionszahlen werden die Betreuungsangebote in den Kindertagesstätten und Einrichtungen der Schulkindbetreuung ab Montag erneut geschlossen. Erlaubt bleibt die Notbetreuung in halber Gruppenstärke. „Alle Träger und Leitungen sind daher nun aktiv dabei, die Notbetreuung zu koordinieren und zwingende Bedarfe der Eltern abzufragen", teilt die Braunschweiger Stadtverwaltung mit.

Der Appell an alle Eltern: „Bitte betreuen Sie Ihr Kind/Ihre Kinder vorübergehend wann immer möglich zu Hause", so Martin Albinus, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt. Die große Mehrheit der Eltern habe die ähnliche Situation und den Appell im Dezember vorbildlich umgesetzt, so Albinus weiter. „Genau diese Solidarität ist es, die ein ums andere Mal dazu beiträgt, dass die Zahlen in Braunschweig niedriger ausfallen als anderswo", so Albinus. Vor Inanspruchnahme der Notbetreuung seien auf Seiten der Eltern sämtliche anderen Möglichkeiten der Betreuung auszuschöpfen.

Berufe in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge

Nur Eltern, die sich in einer echten Notlage befinden, weil alle weiteren Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollen die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Zu den Berechtigten zählen insbesondere Eltern, die in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge – zum Beispiel im Lebensmittelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr – sowie im Gesundheitsbereich in betriebsnotwendiger Stellung tätig sind und die sich auch untereinander nicht mit der Kinderbetreuung abwechseln können.

Aber auch pädagogische Gründe können anerkannt werden, so die Stadt, etwa ein hoher Unterstützungsbedarf im Bereich der Sprachförderung oder von Kindern mit Behinderung. Auch Vorschulkinder und sogenannte Härtefälle könnten die Notbetreuung in Anspruch nehmen.

Entschädigungsleistungen und Kinderkrankentagegeld

„Oft hilft eine Anfrage und gute Absprache mit dem Arbeitgeber, um die Kinderbetreuung sicherzustellen", sagt Martin Albinus. Um die familiäre Betreuung zu ermöglichen, können Eltern Entschädigungsleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz beim Arbeitgeber beantragen sowie die Neuregelungen zum erweiterten Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen.

Um die begrenzten Kapazitäten bestmöglich aufzuteilen, könne die Notbetreuung nach Abstimmung mit der Einrichtungsleitung vor Ort auch tageweise im Wechsel genutzt werden. Die landesrechtliche Verordnung sehe zudem die Möglichkeit der privaten Kinderbetreuung vor, so dass sich Eltern auch auf diesem Weg gegenseitig unterstützen können.

Auf Einzelnachweise soll möglichst verzichtet werden

Wo immer möglich, soll auf aufwendige Verfahren mit Einzelnachweisen und Bestätigungen verzichtet werden. „Nur wenn aufgrund der Bedarfsanmeldung die halbierte Gruppenstärke in den Einrichtungen absehbar überschritten würde, ist ein Nachweisverfahren nicht mehr vermeidbar", so die Stadt. Hierbei könne auf bereits vorliegende Bescheinigungen aus dem Vorjahr zurückgegriffen werden. Nur für den Fall, dass dies nicht ausreicht oder noch kein Nachweis vorliegt, sei eine neue Bescheinigung notwendig. Das aktualisierte Formular der „Berufsgruppenbescheinigung" als Nachweis des Arbeitgebers kann heruntergeladen werden: www.braunschweig.de/corona

Die Angebote von Tageseltern (Kindertagespflege) sind aufgrund der geringeren Anzahl gleichzeitig betreuter Kinder von den neuen Einschränkungen zum größten Teil nicht betroffen. Nur in wenigen Großtagespflegestellen könnte es nach Angaben der Stadt zu Einschränkungen kommen. Weitere Fragen zur Notbetreuung in Kitas erteilt die Kita-Platzvermittlung unter (0531) 470-8493. Fragen zur Notbetreuung in Schulkindbetreuungsgruppen werden unter (0531) 470-8512 beantwortet, Fragen zur Kindertagespflege unter (0531) 470-8451 sowie beim zentralen Familien-Service-Büro für Kindertagespflege "Das FamS" unter (0531) 12055440. red

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