Impfstart für das Personal im Braunschweiger Klinikum

Braunschweig.  Als eines der ersten drei Krankenhäuser in Niedersachsen hat der Maximalversorger 975 Impfdosen erhalten. 2000 weitere werden für Heime erwartet.

Dr. Gesa Horst-Schaper, Leitende Betriebsärztin, verabreicht Christoph Duesberg, Leitender Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme, die Impfung.

Dr. Gesa Horst-Schaper, Leitende Betriebsärztin, verabreicht Christoph Duesberg, Leitender Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme, die Impfung.

Foto: Peter Sierigk / Klinikum Braunschweig

Das Braunschweiger Klinikum gehört zu den ersten drei Krankenhäusern in Niedersachsen, die Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten und selbst ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen können.

Wie Oberbürgermeister Ulrich Markurth mitteilt, soll das städtische Impfzentrum in der Stadthalle am 7. und 14. Januar außerdem weitere je 1000 Impfdosen erhalten, die voraussichtlich in den Alten- und Pflegeheimen verwendet würden.

Erste Pflegekräfte am Donnerstag geimpft

Rund 975 Corona-Impfdosen sind dem Klinikum unter Polizeischutz geliefert worden. Lea Adamek, Pflegefachkraft in der Zentralen Notaufnahme, und Christoph Duesberg, Leitender Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme, waren die ersten, die am Donnerstag geimpft wurden – in Anwesenheit der niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann, von Oberbürgermeister Ulrich Markurth und der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des Klinikums, Annette Schütze.

Beschäftigte mit hohem Risiko werden zuerst geimpft

Als Mitarbeitende in der Notaufnahme gehören beide zur Gruppe der Beschäftigten mit sehr hohem Risiko. Gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und der Coronavirus-Impfverordnung sollen zum klinikinternen Impfauftakt Beschäftigte mit einem sehr hohen Risiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 als erstes geimpft werden.

„Dies betrifft insbesondere das Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, auf den Covid-Stationen und Beschäftigte in der Betreuung von hämato-onkologischen Patienten sowie Mitarbeitende, die in Bereichen arbeiten, bei denen aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden“, teilt das Klinikum mit. Aerosolgenerierende Tätigkeiten sind zum Beispiel Bronchoskopie, Intubation oder Beatmung, bei denen Aerosole freigesetzt werden.

Impfungen sind freiwillig - Bereitschaft hoch

Der Ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Thomas Bartkiewicz, hofft, dass auch alle weiteren Beschäftigten zügig geimpft werden können. „Hier sind wir aber abhängig von der Verteilungspolitik des Bundes und des Landes.“ Die Impfungen sind freiwillig.

Pflegedirektor Christian Faßmann-Heins spricht indes von einer hohen Impfbereitschaft der Belegschaft: „Innerhalb der ersten zwei Stunden nach Aktivierung unserer internen Buchungssoftware zur Terminvergabe haben sich bereits 177 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine Impfung angemeldet. Es zeichnet sich jetzt schon eine sehr hohe Nachfrage ab.“

Impfstraßen fürs Personal an allen drei Standorten

Die Impfaktion zur Bekämpfung des Coronavirus bedeute eine große logistische Herausforderung, heißt es in der Mitteilung des Klinikums weiter. „Vorausgegangen sind umfangreiche Planungen und Vorbereitungen einer eigens dafür eingesetzten interdisziplinären Arbeitsgruppe. Die Arbeit war unter anderem gekennzeichnet durch eine wechselnde Informationslage und erforderte viel Flexibilität von allen Beteiligten. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen.“

In einer gemeinsamen Kraftanstrengung seien an allen drei Standorten des Klinikums, in der Celler Straße, der Holwedestraße und der Salzdahlumer Straße, die räumlichen, personellen und technischen Voraussetzungen für den Start der klinikinternen Impfstraßen geschaffen worden, erklärt die Leitende Betriebsärztin Dr. Gesa Horst-Schaper.

In kurzer Zeit sei der gesamte Ablauf – von der Impfaufklärung, über das Vorbereiten der Injektionen bis hin zur eigentlichen Impfung – für alle drei Standorte auf die Beine gestellt worden, hebt auch Bartkiewicz hervor. Wer das interne Impfteam bei der Arbeit beobachte, könne erahnen, welche Herausforderungen hinter einem sachgerechten Impfablauf stünden.

„Die Mitarbeitenden des Klinikums leisten in der Pandemie Großartiges. Das verdient unseren Dank und größte Anerkennung. Ich freue mich über die hohe Impfbereitschaft im Klinikum und die ausgesprochen professionelle Vorbereitung dieser anspruchsvollen Impfaktion“, so Ministerin Reimann.

Noch keine Anmeldung für Impfungen im Impfzentrum möglich

Weiterhin gilt: Das Impfzentrum in der Stadthalle kann mangels ausreichendem Impfstoff noch nicht in den „öffentlichen“ Impfbetrieb starten. Zunächst werden die Bewohner und Beschäftigten der Braunschweiger Alten- und Pflegeheime geimpft. Erst danach folgen Menschen über 80, die zu Hause leben. Eine Anmeldung ist bislang noch nicht möglich. Das Land wird bekanntgeben, wann dies möglich sein wird.

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