Kein Lichter-Lockdown in Braunschweigs leerer City

Braunschweig.  Die Weihnachtsbeleuchtung bleibt eingeschaltet, auch wenn die Geschäfte geschlossen sind.

Auch dieser Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz beliebt beleuchtet.

Auch dieser Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz beliebt beleuchtet.

Foto: Comes

Schwere Zeiten stehen Braunschweigs Innenstadt bevor. Der Corona-Lockdown führt dazu, dass die großen Kundenmagneten schließen müssen. Noch weniger Besucher werden nach Sonnenuntergang in der Fußgängerzone unterwegs sein. Soll man dem Rechnung tragen – und die Weihnachtsbeleuchtung abschalten, um Strom zu sparen?

Vor einem Jahr hätte sich diese Frage nicht gestellt. Die Einkaufsstadt brummte, der Weihnachtsmarkt zog Besucher aus ganz Norddeutschland an. Vergangenen Samstag passierten rund 2000 Passanten die Laser-Zählstelle am Langen Hof am Rathaus zwischen 18 und 21 Uhr. Vor einem Jahr waren es mehr als 13.000. Obwohl es regnete.

„Wir werden nicht abschalten“

Dirk Riemschneider, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der BSVG: „Ich könnte jeden Einzelhändler gut verstehen, den die wirtschaftliche Lage zum Abschalten zwingt. Ich hoffe, das geschieht nicht. Es ist wunderschön, wenn man mit dem Bus am Theater in den beleuchteten Steinweg einbiegt oder mit der Straßenbahn vorbeifährt am großen Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz.“

Bernd Schroers, Werbegemeinschaft Casparistraße: „Wir werden nicht abschalten. Die Kosten werden vom Auf- und Abbau der Beleuchtung bestimmt. Die Energiekosten bewegen sich auf einem niedrigen vierstelligen Niveau. Zudem gibt es auf der Casparistraße viele Dienstleister und Versorger, die nicht schließen werden. Allein für deren Kunden wird die Beleuchtung bleiben. Wir sind nicht nur Werbegemeinschaft, wir sind auch Solidargemeinschaft. Außerdem: Jetzt erst Recht! Der Lockdown und die dunkele Jahreszeit sollen nicht dafür sorgen, dass die weihnachtliche Stimmung in eine Abwärtsspirale gerät.“

Einen Lichter-Shutdown wird es in der Innenstadt nicht geben. Die Stadt werde an der Beleuchtung nichts ändern, sagt Stephanie Horn, Sprecherin der Stadtmarketing GmbH.

„Licht ist wichtig für das Wohlbefinden“

Und auch auf dem Kohlmarkt bleibt es hell. Lichter-Prinzessin Beate Wiedemann hatte sich ja erst vor Wochen entschieden, dort einen Lichtzauber zu veranstalten. Klar, sagt sie, werde die Zahl der Menschen in der Innenstadt vor allem abends weniger werden. „Wenn aber nur ein paar dort stehen und sich das Licht anschauen, bin ich glücklich. Dann hat sich der Aufwand gelohnt.“ Gerade in der dunkleren Jahreszeit sei Licht enorm wichtig für das Wohlbefinden.

In Licht gehüllt wird sich auch der große Weihnachtsbaum vor dem Schloss präsentieren, wie auch seine Kollegen auf dem Altstadtmarkt und am Domplatz. Und in den Schloss-Arkaden? Dort werde es keine größere Reduzierung der Lichtermenge geben, sagt Center Managerin Katrin Brangs. Zumal das Center ja auch in der Shutdown-Phase von 9.30 bis 20 Uhr geöffnet sei und man ja auch Mieter im Center habe, die zu den systemrelevanten Branchen gehören. Aber auch das könne sich entsprechend der flexiblen Entwicklung der behördlichen Auflagen jederzeit ändern.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (14)