Braunschweig - Wer verlängert die Weihnachtsferien?

Braunschweig.  Eltern können ihre Kinder zwei zusätzliche Tage vom Unterricht befreien lassen, um Angehörige zu schützen. Bislang liegen nur wenige Anträge vor.

Die Weihnachtsferien beginnen zwei Tage früher als geplant. Letzter Schultag ist der 18. Dezember. Auf Antrag können Schüler zudem am 17. und 18. Dezember vom Unterricht befreit werden.

Die Weihnachtsferien beginnen zwei Tage früher als geplant. Letzter Schultag ist der 18. Dezember. Auf Antrag können Schüler zudem am 17. und 18. Dezember vom Unterricht befreit werden.

Foto: Daniel Karmann / dpa/ Symbolfoto

Noch zehn Schultage, dann sind Weihnachtsferien! Der letzte Schultag ist in Niedersachsen am Freitag, 18. Dezember – und nicht erst am 22. Dezember, wie ursprünglich vorgesehen. Die zwei Ferientage mehr sollen das Infektionsrisiko unterm Weihnachtsbaum senken. Für den 17. und und 18. Dezember können Eltern ihre Kinder zudem vom Präsenzunterricht befreien lassen , wenn sie „mit vulnerablen Angehörigen gemeinsam Weihnachten feiern möchten“, wie es in einem Schreiben von Kultusminister Grant Hendrik Tonne an die Eltern heißt.

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Wie wird dieses Angebot an den Schulen angenommen? „ Es gab bislang keinen großen Run auf diese zusätzlichen Tage “, sagt Andreas Meisner, Leiter der IGS Franzsches Feld. Bis nächste Woche seien noch Anträge möglich. So wird es auch an anderen Schulen gehandhabt. „Bei uns waren es bis Donnerstag sechs Anträge. Ich hätte mit mehr gerechnet“, gibt Alexandra Lambrecht Auskunft, Leiterin der Realschule Sidonienstraße.

Die Tage sind nicht dafür gedacht, shoppen zu gehen

15 Anträge waren es zu diesem Zeitpunkt an der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule. Direktorin Ilona Gerhardy-Grotjan rechnet damit, dass es noch deutlich mehr werden: „Die Regelung ist erst seit wenigen Tagen bekannt.“ Sie selbst hält wenig davon: „Aus meiner Sicht tut das nicht Not. Man hätte es besser bei den zwei zusätzlichen Ferientagen belassen.“ Die zusätzlichen Tage fehlten der Schule: „Donnerstag und Freitag sind Nachschreibe-Termine. Wenn wir die verlegen müssen, wird es eng, denn nach den Ferien steht schon der Notenschluss an.“

Alexandra Haberkamm leitet die Nibelungen-Realschule und sagt: „Bei uns sind bislang ungefähr 20 Anträge eingegangen. Ich schaue mir die Begründungen an, ob es nachvollziehbare Härtefälle sind . Diese Tage sind dafür gedacht, dass Familien sich freiwillig in Quarantäne begeben können und nicht dafür, dass man Zeit hat, um durch die Schlossarkaden zu bummeln.“

Vielen Eltern stehen keine Urlaubstage mehr zur Verfügung

Heidrun Werther, Leiterin der John-F.-Kennedy-Realschule, merkt an: „Noch ist nicht geregelt, ob diese Schüler vom Unterricht befreit sind, oder ob sie in den Distanzunterricht wechseln . Da fehlt uns eine klare Vorgabe.“ Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie es besser gefunden hätte, wenn direkt nach den Herbstferien, als die Infektionszahlen stiegen, in Szenario B gewechselt worden wäre: „So hatte das Robert-Koch-Institut es empfohlen. Eine Verlängerung der Weihnachtsferien wäre dann vielleicht nicht nötig gewesen.“

Auch an der Grund- und Hauptschule Pestalozzistraße läuft die Abfrage noch. „Es ist eine flexible Regelung, bei der die Eltern selber entscheiden können, wie sie damit umgehen wollen. Damit kommt man den Eltern ein Stück entgegen “, sagt Christiane Wiesner. Der kommissarischen Schulleiterin lagen bis Donnerstag 15 Anträge vor, davon nur drei aus der Grundschule. Sie weiß: „ Viele Eltern haben keine Urlaubstage mehr. Sie sind aufgebraucht aufgrund der langen unterrichtsfreien Zeit im ersten Lockdown.“

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