Nachhaltig dank Aufklebern – Braunschweiger Verein bewegt

Braunschweig.  Die Gruppe „KlebDichGruen“ des studentischen Vereins Enactus setzt sich für nachhaltiges Handeln ein.

„Think twice, take one“ – denk zweimal nach und nimm nur ein Papierhandtuch – mit dieser Kampagne der Gruppe „Klebdichgrün“ des studentischen Vereins Enactus Braunschweig sind 2019 an der TU Braunschweig zwei millionen Papierhandtücher eingespart worden. David Arnhold (von links), Tabea Lieber und Thanh Mai stellen die Sticker auf dem Campus vor und erzählen von weiteren Plänen.

„Think twice, take one“ – denk zweimal nach und nimm nur ein Papierhandtuch – mit dieser Kampagne der Gruppe „Klebdichgrün“ des studentischen Vereins Enactus Braunschweig sind 2019 an der TU Braunschweig zwei millionen Papierhandtücher eingespart worden. David Arnhold (von links), Tabea Lieber und Thanh Mai stellen die Sticker auf dem Campus vor und erzählen von weiteren Plänen.

Foto: Darius Simka / regios24

Wer kennt es nicht, man reißt und reißt, ein, zwei, drei Mal und manchmal kommen einem noch viel mehr Papierhandtücher entgegen als man wollte. Händewaschen hat natürlich immer Konjunktur, aber in diesen Corona-Tagen noch einmal mehr. Da lässt sich doch was einsparen. Durchaus, wie die Gruppe „KlebDichGruen“ des studentischen Vereins Enactus Braunschweig an der TU Braunschweig bereits bewiesen hat. Mit den Aufklebern „think twice – take one“, zu deutsch „denk zweimal nach – nimm eins“, den die Gruppe an Papierhandtuchspender in der TU geklebt hat, sind laut Sophia Strnat von „KlebDichGruen“ allein 2019 mehr als zwei Millionen Papierhandtücher weniger verbraucht worden als im Vorjahr.

Eine Idee, die Schule macht. Auch in der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und dem Unternehmen Eon Energy from Waste kleben die Sticker schon in den Waschräumen. Und in weiteren Hochschulen, zunächst Norddeutschlands, sollen sie bald ebenfalls hängen. Auch die Unternehmen Bahlsen, Haribo und Kroschke seien interessiert, berichtet Strnat. Dass sich die Idee so weit verbreitet, liegt auch an der Struktur von Enactus, eine Organisation, die ihre Wurzeln in den USA hat und in 37 Ländern aktiv ist. In Deutschland machen rund 1.700 Studenten aus verschiedenen wissenschaftlichen Studienschwerpunkten an 35 Hochschulen mit. Und dieses weite Netzwerk hat Partner und Sponsoren aus Mittelständlern und Konzernen unterschiedlicher Branchen, sowie Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen. Das Ziel von Enactus steckt im Namen, der eine Abkürzung ist für „Entrepreneurial Action creates a better world for us“, zu deutsch: unternehmerisches Handeln schafft eine bessere Welt für uns.

„Viele sitzen zu Hause, wollen aber viel lieber etwas machen“

Nachhaltigkeit ist etwas, das die Studenten, die sich bei „KlebDichGruen“ engagieren, besonders beschäftigt. Und dafür engagieren sich immer mehr. Im April noch hatte die Gruppe nur zwei Mitglieder, jetzt sind es elf, wie Strnat berichtet. Und der Verein Enactus, der weitere Projekte umsetzt, hat rund 90 Aktive. Vor einem Jahr waren es noch rund 30. „Durch den Klimawandel ist das Nachhaltigkeits-Thema aktueller denn je“, sagt Thanh Mai, der seit kurzem der Gruppe anhört. Und bei vielen habe sicher auch die Corona-Pandemie dazu beigetragen, sich engagieren zu wollen. „Viele sitzen zu Hause, wollen aber viel lieber etwas machen.“

Und so steckt der ganze Verein gewissermaßen in der Innovationsphase. Ein zweiter Aufkleber „Kopf an, Licht aus“, der auf den verantwortungsvollen Umgang mit Energie aufmerksam machen will, ist bereits an vielen Stellen in der TU zu sehen. Und es gibt weitere Ideen: eine Homepage, die über Ressourcenverschwendung aufklärt und Tipps zur Vermeidung gibt; eine soziale Sitzbank in der Innenstadt, die dazu anregen soll, das Handy aus der Hand zu legen und sich den Mitmenschen zu widmen; Putzmittel selber herstellen, um Müll zu vermeiden; ein Pfandsystem für Zigarettenstummel, die zu Hauf in den Parks enden, oft neben den Mülltonnen; wiederverwendbare Geschenkverpackungen in Form von Stoffbeuteln; eine App, die Fragen stellt wie: „Heute schon Rad gefahren?“ oder „Heute schon eine vegane Mahlzeit gehabt?“

Das Themenspektrum ist breit: Von Energie und Mobilität über Lebensmittel, Konsum und Müll bis hin zu Wasser und Hygiene. Vorstellen können sich die Studenten auch, eine Workshopreihe zu konzipieren. „Damit könnten wir beispielsweise auch auf Schulen zugehen“, sagt David Arnhold, der ebenfalls zur Gruppe „KlebDichGruen“ gehört. „Denn zu zeigen, wie man nachhaltig leben kann, ist ein Ziel von uns.“

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