Advent im Braunschweiger Dom: Wenige Sänger, aber starke Stimmen

Braunschweig.  Zur Einhaltung der Corona-Regeln geht der Braunschweiger Dom jetzt mit je vier musikalischen Andachten in die Adventswochenenden.

Nur noch acht Sänger dürfen pro Veranstaltung im Einsatz sein. Alle proben kräftig, zum Beispiel Lotti (von links), Milla, Klara, Helene, Frida, Magdalena, Anneke und Emma sowie Domkantorin Elke Lindemann.

Nur noch acht Sänger dürfen pro Veranstaltung im Einsatz sein. Alle proben kräftig, zum Beispiel Lotti (von links), Milla, Klara, Helene, Frida, Magdalena, Anneke und Emma sowie Domkantorin Elke Lindemann.

Foto: Darius Simka / regios24

Eine Adventszeit ohne Musik im Gottesdienst will man sich gar nicht vorstellen. Auch die Mitarbeiter des Domes nicht, wo die Kirchenmusik dank der großen Domsingschule traditionell einen hohen Stellenwert hat. Die Corona-Sicherheitsmaßnahmen machen aber auch in der geräumigen dreischiffigen Hallenkirche Einschränkungen nötig.

Nur noch acht Sänger dürfen pro Veranstaltung im Einsatz sein. „Das verlangt unseren Chorsängern Einiges ab, denn sie müssen nun wie Solisten mutig allein ihre Stimmlage vertreten“, sagt Dompredigerin Cornelia Götz. Schwierig sei es auch, die Besucherzahlen vorauszusehen. „Zu uns kommen auch viele überregionale Gäste, oft im Zusammenhang mit Stadtbummel oder Weihnachtsmarkt. Wie sich der abgesagte Markt auswirkt, wie viele Menschen aus Sicherheitsgründen lieber auf alle Veranstaltungen, auch Gottesdienste verzichten, müssen wir sehen.“

Musikalische Andachten mit traditionellen Weihnachtsliedern

Gerade in Krisenzeiten, die Gläubigen mit Gottes Wort und tröstender Musik zu stärken, wolle die Kirche aber nicht versäumen. So wird es neben dem Orgel-Mittagsgebet und einem Festgottesdienst an jedem Adventswochenende vier musikalische Andachten mit traditionellen Weihnachtsliedern geben, damit sich die Menschen gut verteilen. Platzreservierungen sind nicht nötig.

„Nachdem unser erster Versuch mit Internetanmeldungen nicht so gut geklappt hat, setzen wir auf Entzerrung. Wir öffnen alle vier Domeingänge, die Besucher werden von unseren Helfern persönlich im Sicherheitsabstand platziert. Es herrscht Maskenpflicht. Die Programmzettel müssen am Ende ausgefüllt mit den Kontaktdaten wieder abgegeben werden“, erläutert Domkantor Gerd-Peter Münden.

Man wolle sich so auch Erfahrungswerte für Weihnachten schaffen, sagt Götz. „Vielleicht gibt es Heiligabend Kurzandachten rund um die Uhr, dann kann man, wenn’s voll ist, noch eine Runde in der Stadt drehen, und kommt dann zur nächsten Andacht.“ Münden will dann auch möglichst Bachs Weihnachtsoratorium aufführen: Die Kantaten verteilt auf die Gottesdienste und nur mit vier Solisten, die auch die Chorpassagen übernehmen würden.

Das Programm

1. Advent: Sonnabend, 12 Uhr Mittagsgebet mit Orgelmusik (Münden), 16 und 18 Uhr Adventsandacht (Oktett Kurrendekinder); Sonntag, 10 Uhr Festgottesdienst (Oktett Jugendkantorei), 16 Uhr Adventsandacht (Oktett Kurrendekinder), 18 Uhr Adventsandacht (Oktett Jugendkantorei).

2. Advent: Sonnabend, 12 Uhr Mittagsgebet mit Orgelmusik (Dulski), 16 und 18 Uhr Adventsandacht (Oktett Mädchenkantorei); Sonntag, 10 Uhr Festgottesdienst (Blechbläserensemble), 16 Uhr Adventsandacht (Oktett Jungenkantorei), 18 Uhr Adventsandacht (Oktett Mädchenkantorei).

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