Landgericht Braunschweig: Maddie-Verdächtiger bleibt in Haft

Braunschweig.  Er war wegen Drogenhandels vom Amtsgericht Niebüll verurteilt worden und muss nun in der Justizvollzugsanstalt in Kiel in Haft bleiben.

Nach seiner Anhörung im Braunschweiger Landgericht wurde der Maddie-Verdächtige wieder in die Justizvollzugsanstalt Kiel zurückgefahren.

Nach seiner Anhörung im Braunschweiger Landgericht wurde der Maddie-Verdächtige wieder in die Justizvollzugsanstalt Kiel zurückgefahren.

Foto: Bernward Comes

Für den im Fall Maddie Verdächtigten gibt es keine Aussetzung seiner Restfreiheitsstrafe zur Bewährung. Das hat das Landgericht Braunschweig am Donnerstag nach einer Anhörung des 43-Jährigen am Montag in Braunschweig mitgeteilt. Er war wegen Drogenhandels verurteilt worden und muss nun in der Justizvollzugsanstalt in Kiel in Haft bleiben.

Kann der Mann jetzt auf freien Fuß kommen? Das Gericht sagt nein.

Vom Amtsgericht Niebüll war der Maddie-Verdächtige, der seinen letzten deutschen Wohnsitz in Braunschweig hatte, in dieser Sache zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Jetzt ging es um die Frage, ob er nach Zwei-Drittel-Haft die noch zu verbüßende Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Dies hat die zuständige kleine Strafvollstreckungskammer des Landgerichts nun abgelehnt. Die Kammer sei damit der Einschätzung der Staatsanwaltschaft gefolgt, die sich in Übereinstimmung mit der Justizvollzugsanstalt ebenfalls gegen eine bedingte Entlassung ausgesprochen hatte, so die Pressemitteilung des Braunschweiger Landgerichts.

Begründung: Zur Sicherheit der Allgemeinheit kann eine Freilassung zur Bewährung nicht verantwortet werden.

Zur Begründung habe die Strafvollstreckungskammer ausgeführt, „dass unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht verantwortet werden kann.“ Der Verurteilte sei „mehrfach vorbestraft und Bewährungsversager“. Insbesondere habe zuletzt eine Bewährung widerrufen werden müssen, da der Verurteilte während der Bewährungszeit mehrfach straffälliggeworden sei.

In der Vergangenheit habe der Verurteilte unter anderem Verbrechen nach dem Betäubungsmittelgesetz, sowie mehrfach Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern begangen, weshalb bei einem Rückfall mit schweren Straftaten zu rechnen sei. Stabilisierende Faktoren, die den Verurteilten von der Begehung weiterer Straftaten abhalten könnten, seien nicht festgestellt worden.

Unabhängig davon ist der 43-Jährige wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin 2005 in Portugal im Dezember 2019 in Braunschweig zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Über die Revision des Angeklagten muss der Bundesgerichtshof entscheiden. Zudem ermittelt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft gegen den Mann wegen Mordverdachts im Fall des britischen Mädchens Maddie.

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