Bündnis setzt sich für Braunschweigs Sexarbeiterinnen ein

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In der Bruchstraße arbeiten Braunschweigs Sexarbeiterinnen – wenn sie denn dürfen.

In der Bruchstraße arbeiten Braunschweigs Sexarbeiterinnen – wenn sie denn dürfen.

Foto: Norbert Jonscher / NJ

Braunschweig.  Ein Projektbündnis, dazu gehört auch Eintracht Braunschweig, macht sich für die Sexarbeiterinnen in der Bruchstraße stark.

Eintracht Braunschweig solidarisiert sich mit Braunschweigs Sex-Arbeiterinnen. Die Corona-Pandemie stelle nicht nur eine enorme wirtschaftliche Belastung für bekannte und etablierte Wirtschaftsbereiche wie Gastronomie, Handel und Dienstleistungen dar, mittlerweile sei sie auch zu einer existenziellen Bedrohung für die in Braunschweig in der Bruchstraße lebenden und arbeitenden Sexarbeiterinnen geworden.

Durch die Verordnung in der ersten Lock-Down-Phase seien ihnen schlagartig alle Verdienstmöglichkeiten entzogen worden, wie es in einer Pressemitteilung von Eintracht Braunschweig heißt. In der darauf folgenden Lockerungsphase seien Kundenbesuche zwar theoretisch wieder erlaubt gewesen, allerdings hätten die Bedingungen (Angabe von Namen, Adresse und Telefonnummer) etwaige Kunden von Besuchen abgehalten.

Frauen dürfen ihrer Tätigkeit wegen Corona nicht nachgehen

Inzwischen sei die zweite Lockdown-Phase in Kraft getreten, die den Frauen untersagt, ihre Dienstleistung anzubieten. Da die meisten Frauen nicht kranken- und sozialversichert seien, ihre Rücklagen mittlerweile aufgebraucht hätten und einer beträchtlichen Anzahl von ihnen das Geld fehle, um in ihre Heimat reisen zu können, befänden sich viele von ihnen in einer Notsituation. Sie seien oft nicht mehr in der Lage, die Mittel für das Nötigste wie Lebensmittel, Hygieneartikel und medizinische Grundversorgung aufzubringen.

Ein Projektbündnis, bestehend aus den Vereinen foodsharing Braunschweig, Schrill, „Eintracht hilft“, der Eintracht Braunschweig-Stiftung und der evangelischen Kirchengemeinde St. Michaelis, hat sich zwischen März und Mai dieses Jahres zusammengefunden, um, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Braunschweig, die hilfsbedürftigen Sexarbeiterinnen in der Bruchstraße zu unterstützen. Um die Not zu lindern, werden die Frauen mit frischen Lebensmitteln versorgt, einmal wöchentlich findet eine Suppenküche statt, und ab dieser Woche wird an jede der Frauen alle 14 Tage ein Care-Paket mit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln verteilt. Darüber hinaus werden Patientinnen zum Arzt begleitet sowie Medikamente besorgt. Eine Sozialarbeiterin des Bündnisses berät bei Fragen im Umgang mit städtischen Ämtern.

Projektbündnis „In Eintracht für die Bruchstraße“ dankt für Sach- und Geldspenden

Die Vertreter des Projektbündnisses „In Eintracht für die Bruchstraße“ bedanken sich bei allen Spendern und Gönnern für ihre Hilfe in Form von Geld-, Lebensmittel- oder Sachspenden. Besonderer Dank gebühre der Aktion „Das Goldene Herz“ unserer Zeitung und der Bürgerstiftung Braunschweig, die durch ihre großzügige finanzielle Unterstützung das Engagement der Ehrenamtlichen in diesem Umfang überhaupt erst möglich machten. Ein weiterer Dank gehe an die Braunschweigerin Ursula Streiff für ihr Engagement und ihre finanzielle Unterstützung.

Für – jederzeit willkommene – Spenden steht folgendes Spendenkonto zur Verfügung: Kirchenverband Braunschweig, IBAN DE07 52060410 0000 0065 72, Verwendungszweck: 321 Suppenküche Bruchstraße.

Die ehrenamtlichen Helfer befolgen in Abstimmung mit der Stadt die Vorgaben und Empfehlungen des Gesundheitsamts , der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert-Koch-Instituts für Hygiene und Gesundheit.

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