300 neue Fahrradstellplätze am Hauptbahnhof Braunschweig

Braunschweig.  Alle Plätze werden überdacht sein. 200 Fahrräder können in Käfigen eingeschlossen werden.

Auf der Südseite des Hauptbahnhofs, Einfahrt über Ackerstraßen, soll auf Höhe der gelben Baucontainer Platz für 300 Fahrräder geschaffen werden.

Auf der Südseite des Hauptbahnhofs, Einfahrt über Ackerstraßen, soll auf Höhe der gelben Baucontainer Platz für 300 Fahrräder geschaffen werden.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Nirgends in Braunschweig fehlen mehr Abstellplätze für Fahrräder als am Hauptbahnhof. Für leichte Entspannung wird eine neue Abstell-Anlage am Süd-Eingang sorgen. Erstmals wird es dort möglich werden, Fahrräder in Käfigen einzuschließen.

Im Bundesumweltministerium und bei der Deutschen Bahn lautet das neue Zauberwort B+R. Das steht für Bike und Ride, also die Verknüpfung von Fahrrad mit Bus und Bahn. Der Bau von Fahrrad-Abstellanlagen wird darum mit Bundes-Zuschüssen gefördert. Eine dieser Anlagen wird demnächst auf der Südseite des Hauptbahnhofs gebaut.

Das ist dringend nötig. Denn eine Untersuchung ergab: Rund um den Hauptbahnhof fehlen etwa 1000 Stellplätze für Fahrräder. Im Zuge der Modernisierung des Hauptbahnhofs, der Eingang auf der Südseite wird zurzeit verbreitert, soll nun auch eine moderne Abstellanlage errichtet werden.

Fördergelder müssen noch beantragt werden

Alle 300 Plätze werden überdacht sein. 200 davon werden in einer sogenannten Sammel-Schließanlage untergebracht. Wie genau diese Anlage aussehen wird, stehe noch nicht fest, so die Bauverwaltung jetzt gegenüber den Planungspolitikern. Die Deutsche Bahn habe zwar schon eine Ausschreibung der Arbeiten auf den Weg gebracht, auf ein Ergebnis wird aber noch gewartet.

Grundsätzlich gilt jedoch: Die Schließanlage soll für eine besonders sichere Abstellmöglichkeit sorgen. In der Regel handelt es sich dabei um eine Art abschließbare Käfige, in denen mehrere Fahrräder an- und eingeschlossen werden können. Der Zugang könnte zum Beispiel über eine Handy-App erfolgen.

Und es muss noch eine Nutzungsordnung erstellt werden. In ihr wird zum Beispiel geregelt: Was passiert mit Fahrrädern, die eingeschlossen, aber nicht wieder abgeholt werden? Preise für das Einschließen stehen auch noch nicht fest. Einen Fingerzeig gibt jedoch die Preisgestaltung der AWO-Radstation auf der Nordseite des Hauptbahnhofs. Tageskarte: 1 Euro; Monatskarte: 10 Euro; Jahreskarte: 100 Euro.

Einen genauen Termin, wann auf der Bahnhofs-Südseite die ersten Räder eingeschlossen werden können, gibt es noch nicht: Liegt das Ausschreibungsergebnis vor, geht es in die Detailplanung. Anschließend muss der Förderantrag gestellt werden. Das soll alles aber noch in diesem Jahr geschehen.

Rad-Parkplätze in Parkhäusern?

Wenig Aussicht auf Erfolg scheint hingegen der Vorstoß der Fraktion P² zu haben, in Braunschweigs Parkhäusern Abstellplätze für Fahrräder einzurichten. Denn längst nicht alle Parkplätze dort sind von Autos belegt. Seitens der Bauverwaltung hieß es: Grundsätzlich seien die vorhandenen Parkhäuser oder Tiefgaragen nur bedingt geeignet. „Eine gemeinsame Nutzung von Rampen durch Autos und Radfahrer sollte aus Gründen der Verkehrssicherheit ausgeschlossen werden.“ Gleichwohl: In den Parkhäusern Lange Straße Nord und Stadthalle gebe es Fahrradabstellplätze für Kino- oder Stadthallenbesucher. Der Einfluss der Stadtverwaltung auf eine Veränderung sei zudem gering: Acht Parkhäuser Braunschweigs befinden sich in Privatbesitz. Vier weitere befinden sich zwar auf städtischem Grund. Die Stadt ist jedoch nicht der Betreiber der Parkhäuser.

Ob man Leerstände in der Fußgängerzone als Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder nutzen könnte, bezweifelt die Verwaltung. In der Fußgängerzone sei die Erreichbarkeit eingeschränkt, weil dort Radfahrer in den Kernzeiten schieben müssen. Besser geeignet seien Flächen am Rande der Innenstadt. Die Stadt selbst verfüge dort jedoch nicht über geeignete Räume.

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