Sieben-Tage-Wert in Braunschweig liegt bei 25,1

Braunschweig.  Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner greifen strengere Vorgaben. Wir zeigen alle aktuellen Fakten rund um Tests, Kontaktpersonen und Quarantäne.

Noch ist die Schwelle von 35 Neuinfektion pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Braunschweig nicht überschritten.

Noch ist die Schwelle von 35 Neuinfektion pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Braunschweig nicht überschritten.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Fast überall in Niedersachsen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Alle schauen auf diese Zahlen – und auf die Grenzwerte, bei deren Überschreiten schärfere Regeln in Kraft treten sollen. Für Braunschweig meldete das Gesundheitsamt am Montag, dass die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 25,1 liege. Das heißt: In den vergangenen sieben Tagen wurden in der Stadt rund 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert.

Ab einem Wert von 35 soll nach einer Absprache von Bund und Ländern zum Beispiel die Maskenpflicht im öffentlichen Raum ausgeweitet werden – dort, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist unter anderem eine Sperrstunde in der Gastronomie ab 23 Uhr vorgesehen sowie eine Begrenzung von Teilnehmern bei Veranstaltungen auf 100 Personen.

Wir zeigen hier im Überblick alle aktuellen Fakten rund um Tests, Kontaktpersonen und Quarantäne. Grundlage sind Informationen des Gesundheitsamtes, des Robert-Koch-Instituts und des niedersächsischen Gesundheitsministeriums.

Was sollte ich tun, wenn ich Symptome habe, die auf Corona hindeuten könnten?

Nach wie vor gilt: Man sollte seine Hausärztin oder seinen Hausarzt anrufen (außerhalb der Sprechzeiten ist der kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 erreichbar). Die Hausärzte entscheiden, ob ein Test veranlasst wird. Nicht jede Praxis kann selber Tests durchführen. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es aber inzwischen ein flächendeckendes Netz an Testpraxen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Tests grundsätzlich insbesondere in folgenden Fällen:

1. Bei akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere (zum Beispiel Husten, Atemnot, Halsschmerzen, Schnupfen) und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn bei allen Patienten unabhängig von Risikofaktoren.

2. Bei Kontakt zu einer infizierten Person bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn in Kombination mit Covid-19-typischen Symptomen.

3. Bei klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Lungenentzündung in Kombination mit einer Häufung von Lungenentzündungen in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus.

Wer ist eine Kontaktperson?

Es wird unterschieden zwischen Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2. Zur Kategorie 1 (K1) zählen laut Gesundheitsamt alle, die engen Kontakt zu einem Infizierten hatten. Dies wird zum Beispiel dann angenommen, wenn man sich insgesamt mindestens 15 Minuten unterhalten hat. Weitere Gründe, weshalb man als Kontaktperson K1 eingestuft werden kann: Küssen, Anhusten, Anniesen und gemeinsamer Sport in Innenräumen.

Kontaktpersonen der Kategorie 2 (K2) sind all jene, die sporadischen Kontakt zu einem Infizierten hatten. Dies ist der Fall, wenn man weniger als insgesamt 15 Minuten Kontakt hatte und wenn eine Ansteckung durch Aerosole ausgeschlossen ist.

Wer Kontakt zu einer Kontaktperson der Kategorie 1 oder 2 hatte, wird laut dem Gesundheitsamt nicht automatisch als Kontaktperson eingestuft, und es werden in diesen Fällen bislang auch keine offiziellen Verhaltens-Maßnahmen angeordnet. Generell gelte immer: „Im Einzelnen legt das Gesundheitsamt das individuelle Infektionsrisiko einer Person und deren Einordnung fest.“

Wie erfahre ich, ob ich Kontaktperson bin?

Das Gesundheitsamt ermittelt möglichst alle Kontaktpersonen von Infizierten und benachrichtigt diese. Es wird dann besprochen, welcher Kategorie sie angehören, und alles weitere veranlasst. Wer Fragen zur Kontaktnachverfolgung hat, kann diese an das Gesundheitsamt mailen: gesundheitsschutz@braunschweig.de

Wer schon vorher weiß, dass er Kontakt zu einem Infizierten hatte (zum Beispiel durch die Corona-Warn-App), sollte möglichst alle Kontakte vermeiden und auf den Anruf des Gesundheitsamtes warten. Dies könne am Wochenende mit zeitlicher Verzögerung passieren, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Wichtig: Wer Symptome hat, die zu Covid-19 passen, sollte in seiner Hausarztpraxis anrufen (siehe oben).

Welche Kontaktpersonen werden getestet?

Das Gesundheitsamt ordnet die Tests für Kontaktpersonen an: Getestet werden alle K1-Personen (enger Kontakt) – egal, ob sie Symptome aufweisen oder nicht. Und: Auch wenn der Test negativ ausfällt, müssen diese Personen 14 Tage lang in Quarantäne bleiben.

„Für Kontaktpersonen der Kategorie 2 und alle anderen gilt, dass nur diejenigen getestet werden, die Symptome einer Erkrankung mit Covid-19 aufweisen, um die Testzentren und Labore nicht zu überlasten“, erläutert das Gesundheitsamt.

Die Tests werden in der Regel nur wochentags durchgeführt. Die Abstriche werden im Labor untersucht, und nach ein bis zwei Tagen liegt das Ergebnis vor. Positive Testergebnisse übermittelt das Labor ans Gesundheitsamt. Negative Testergebnisse werden hingegen an die jeweilige Hausarztpraxis übermittelt, damit diese die Patienten informieren kann. Zudem besteht die Möglichkeit, Testergebnisse über die Corona-Warn-App oder die Internetseite mein-laborergebnis.de abzurufen.

Wer muss in Quarantäne?

Allen Infizierten und allen Kontaktpersonen der Kategorie 1 verordnet das Gesundheitsamt eine 14-tägige Quarantäne. Kontaktpersonen der Kategorie 2 werden dazu nicht verpflichtet, allerdings empfiehlt das Gesundheitsamt auch ihnen, sich nach Möglichkeit vorsorglich in freiwillige Isolation zu begeben.

Wie muss ich mich in der Quarantäne verhalten?

Die oberste Maxime laut Gesundheitsamt: Zu Hause in der eigenen Wohnung bleiben und möglichst alle Kontakte meiden! „Leben weitere Personen im Haushalt, muss zu ihnen Abstand gehalten werden. Nach Möglichkeit sollten die Betroffenen sich in einem eigenen Raum aufhalten“, so die Vorgabe. „Husten- und Nies-Regeln sind zu befolgen sowie eine gute Händehygiene.“ Quarantäne bedeute, alltägliche Routinen zu durchbrechen, heißt es seitens des Gesundheitsamtes. „Das ist für die Betroffenen eine erhebliche Herausforderung.“

Was gilt bei Verdienstausfall?

Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler haben Anspruch auf Ersatz von Verdienstausfall, wenn das Gesundheitsamt eine Quarantäne oder ein Tätigkeitsverbot angeordnet hat. Auch Eltern steht laut der Stadtverwaltung eine Entschädigung von Verdienstausfällen zu, wenn sie wegen geschlossener Betreuungseinrichtungen die Kinder betreuen müssen und daher nicht arbeiten können.

Was gilt aktuell für Reiserückkehrer?

Wer sich in den 14 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten hat, ist verpflichtet, sich sofort in Quarantäne zu begeben und sich innerhalb von zehn Tagen testen zu lassen. (Das gilt nicht, wenn jemand nur durch ein Risikogebiet durchgereist ist und sich dort nicht aufgehalten hat.) Wer sich nicht schon direkt bei der Einreise oder am Flughafen testen lässt, kann telefonisch bei seiner Hausarztpraxis einen Termin vereinbaren. Die Quarantänepflicht endet erst dann, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Bei einem Verstoß gegen diese Vorgaben drohen Strafen bis zu 25.000 Euro.

Es besteht zudem die Pflicht, sich beim Gesundheitsamt zu melden: 0531/470-7224. Außerhalb der Öffnungszeiten soll diese Meldung per E-Mail erfolgen: (mit Angabe von Name, Adresse und Telefonnummer).

Das Robert Koch-Institut aktualisiert fortlaufend eine Liste der Risikogebiete: www.rki.de

Wie ist der Ablauf bei Infektionen an Schulen?

Nächste Woche beginnt der Unterricht wieder. Vor den Ferien waren mehrere Braunschweiger Schulen von Corona-Fällen betroffen – einige hundert Schüler und viele Lehrer mussten in Quarantäne. Hier ein Überblick über das jeweilige Vorgehen:

Wenn sich eine Schülerin oder ein Schüler infiziert hat, wird laut dem Gesundheitsamt zunächst ermittelt, in welchen Klassen und Kursen sie oder er Unterricht hatte. Alle Schüler und Lehrer, die in diesen Klassen und Kursen waren, müssen zunächst zu Hause bleiben. „Im Regelfall ist ein ganzer Jahrgang, die sogenannte Kohorte, betroffen“, so das Gesundheitsamt. In enger Abstimmung mit der Schulleitung werde dann ermittelt, mit welchen Mitschülern das Kind oder der Jugendliche engen Kontakt hatte. Diese gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 1 (K1): Sie müssen in 14-tägige Quarantäne und bekommen das Angebot, sich testen zu lassen.

Die Kinder und Jugendlichen, die keinen engen Kontakt zu der infizierten Person hatten, aber zur selben Kohorte gehören (K2), bleiben mindestens solange zu Hause, bis die Testergebnisse der K1-Personen vorliegen. „Haben sich dort keine weiteren Positivfälle ergeben, können die K2-Personen wieder zur Schule gehen“, erläutert das Gesundheitsamt. Wenn aber unter den K1-Personen weitere Infektionen festgestellt wurden, muss das Gesundheitsamt erneut alle engeren Kontakte ermitteln.

Wichtig: Die Eltern von Kindern, die Kontaktpersonen sind (sowohl Kategorie 1 als auch 2), gelten selbst nicht als Kontaktpersonen – jedenfalls so lange nicht, bis ihre Kinder nicht positiv getestet sind. „Natürlich sind bis zur Klärung Vorsicht und Abstand gefragt“, so das Gesundheitsamt.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der Stadt: www.braunschweig.de/corona

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