„Der Lichtparcours ist Kraftquelle für das, was kommen mag“

Braunschweig.  Eine halbe Million Menschen sah sich den fünften Braunschweiger Lichtparcours an. Freitag ging er zu Ende.

Wie die Bildenden Künstler hatten auch die Musiker in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie wenig zu tun: Für die Jazzkantine war das Engagement zur Finissage des Lichtparcours im Business-Foyer der VW-Halle das erste seit vielen Monaten.

Wie die Bildenden Künstler hatten auch die Musiker in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie wenig zu tun: Für die Jazzkantine war das Engagement zur Finissage des Lichtparcours im Business-Foyer der VW-Halle das erste seit vielen Monaten.

Foto: Bernward Comes

Am Freitagabend gingen die Lichter aus. Nach 117 Tagen ist um 22 Uhr der fünfte Braunschweiger Lichtparcours zu Ende gegangen. Laut Projektleiter Ulf Hilger vom städtischen Kulturinstitut haben sich 500.000 Besucher die Arbeiten internationaler Künstlerinnen und Künstler entlang der Oker angesehen. 15 neue Arbeiten, die ortsspezifisch entwickelt wurden, sowie vier permanent im Stadtraum installierte Arbeiten vergangener Lichtparcours waren zu sehen.

Lichtparcours Braunschweig Kunstwerke arbeiten für die Künstler

Bei der Finissage im Business-Foyer der Volkswagen Halle, zu der rund hundert Förderer, Partner und Mitwirkende gekommen waren, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD): „Der Lichtparcours 2020 hat den Menschen die Kultur auf ganz besondere Weise nahe gebracht.“ Kultur bereichere das Leben, aber genau das sei in den vergangenen Monaten in vielen Bereichen zu kurz gekommen. „Lassen Sie uns die Kunst, die im öffentlichen Raum für jedermann erlebbar war, mitnehmen als Kraftquelle für das, was kommen mag.“

Kraftquelle war der Lichtparcours nicht nur für die Besucher, sondern auch für die ausstellenden Künstler wie Sven-Julien Kanclerski mit seinen Installation Stranded Drifter, Drifter Lane und Billboard. Der Künstler, der an der HBK studierte und vor dem Lichtparcours noch nicht im öffentlichen Raum ausgestellt hatte, sagte: „Es war spannend für mich zu sehen, wie viele Menschen ich mehr erreichen konnte, als in einer normalen Ausstellung.“ Schon beim Aufstellen der Werke sei er oft angesprochen worden. Viele hätten Bilder der Installationen gemacht und sie über soziale Netzwerke geteilt. „Nachdem ich meine Arbeit gemacht hatte, arbeitete die Arbeit für mich weiter“, sagte Kanclerski.

„Der Lichtparcours gehört zu Braunschweig dazu“

Für Kulturdezernentin Anja Hesse war der Lichtparcours in diesem Jahr auch vor diesem Hintergrund ein besonderes Anliegen. „Die Künstler sind alle zufrieden, dass sie in der Pandemie-Phase auf sich aufmerksam machen und Geld verdienen konnten.“ Und in diesem Jahr sei klar geworden, dass der Lichtparcours nicht nur Geld versenke und etwas für die Künstler mache, sondern auch für die Stadt, das Stadtmarketing und die Bürger.

In der Nähe eines Kunstwerks beispielsweise habe ein Anwohner eine Diskokugel und eine rote Leuchtgirlande aufgehängt. „Und die LED-Kette blinkte im Rhythmus. Jemand hat sich die Mühe gemacht, sie zu programmieren. Das ist phänomenal.“ Der Parcours habe nicht nur die Menschen bereichert, sondern auch umgekehrt. Und auch vonseiten der Sponsoren gebe es verstärkt Zuspruch. „Für dieses Jahr hatten wir vier Firmen, die von sich aus auf uns zukamen.“

Markurth: „Der Lichtparcours gehört zu Braunschweig dazu.“

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