Wo Braunschweigs Hunde künftig immer toben dürfen

Braunschweig.  Die Stadtverwaltung wird vier neue Hundewiesen ausweisen, auf denen es keinen Leinenzwang gibt.

Auch Hunde wollen sich bewegen. Auf neuen Hundewiesen soll das ganzjährig möglich werden.

Auch Hunde wollen sich bewegen. Auf neuen Hundewiesen soll das ganzjährig möglich werden.

Foto: Carmelka / iStock

Der Leinenzwang im Frühjahr nervt Braunschweigs Hundebesitzer. Denn während der Brut- und Setzzeit dürfen die Hunde nicht tollen wie sie wollen. Nun wird Abhilfe geschaffen.

Frühjahr – das heißt Brut- und Setzzeit. Dann geht der Schutz der Wildtiere vor. Vom 1. April bis zum 15. Juli müssen Hunde an die Leine. Nur auf Verkehrsflächen nicht. Auf anderen Flächen, in Parks zum Beispiel, werden mitunter Gerichte bemüht, um genau klären zu lassen, ob es dort Leinenpflicht gilt oder nicht. Denn fest steht: Es tut dem Hund nicht gut, wenn man seinen Bewegungsdrang drakonisch beschneidet.

In Braunschweig galt bislang die sogenannte Hundewiese am Nußberg als Fläche, wo jeder Hundebesitzer ganz sicher sein konnte, dass sein Hund dort das gesamte Jahr über nach Herzenslust tollen darf. Mehr als 50.000 Quadratmeter ist die Hundewiese groß. Nachteil: Für viele Braunschweiger ist es bis zum Nußberg ein weiter Weg.

Neue Ganzjahres-Spielplätze

Die Stadtverwaltung hat nun vier weitere Flächen im Auge, die zum Ganzjahres-Spielplatz für Hunde werden sollen. Die Aufgabe ist viel komplizierter als man meint: Denn die Rechtssprechung gibt vor, das ausgeschlossen sein muss, das diese Flächen Heimat von Wildtieren ist. Zudem hat die Verwaltung darauf geachtet: Gibt es dort Parkplätze? Ist eine Anfahrt mit Bus und Straßenbahn möglich? Und es geht natürlich auch um Kosten: Zäune müssen her, damit Hunde nicht auf Abwege geraten.

Weil noch niemand weiß, wie das neue Angebot angenommen wird, rechnet die Verwaltung mit etwa 20.000 Euro Kosten. Nachbesserungen sind denkbar. 1,6 Meter hoch sollen die Zäune werden. Vielfach ist nur eine Ergänzung des bereits Vorhandenen nötig. Weitere Kosten für Bänke und Abfall-Eimer kommen hinzu. Die Grünflächen-Verwaltung sieht gleichwohl kein Finanzierungsproblem.

Der Grünflächen-Aussschuss hat bereits grünes Licht gegeben. Jetzt beginnt eine nähere Untersuchung. Ziel: Zumindest zwei zusätzliche Hundewiesen sollen bis zum Beginn der nächsten Brut- und Setzzeit am 1. April eröffnet werden.

Zäune werden gebaut

Ausgewählt wurde in Bienrode der ehemalige Sportplatz. Dort geht es um eine Fläche von 20.000 Quadratmeter. Es wird Auflagen geben. Aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung wären aus Lärmschutzgründen nur Nutzungszeiten zwischen 8 und 20 Uhr möglich.

Diese eingeschränkten Nutzungszeiten wird es auch in der Weststadt geben. Hunde sollen auf einer Fläche an der Ilmenaustraße tollen dürfen, die einst als Sportplatz genutzt wurde. Es geht um 3300 Quadratmeter.

Noch kleiner, 1900 Quadratmeter, ist eine Fläche am Madamenweg groß. Ehemalige Teile eines Kleingartenvereins sollen umgenutzt werden. Die Zeit der Nutzung wird dort ebenfalls auf die Zeit zwischen 8 bis 20 Uhr begrenzt.

Parkplatze entfallen

Keine Beschränkung aus Lärmschutz-Gründen wird auf Flächen des Messegeländes notwendig sein. 8500 Quadratmeter sollen dort Hundewiese werden. Das heißt auch: Flohmarkt-Besucher werden auf diesem Teil des Messegeländes nicht mehr parken können.

Auf Nachfrage im Rathaus hieß es: Welche zwei der vier Flächen Anfang April als Hundewiese zur Verfügung steht, sei noch nicht klar. Trotz der Zäune werde dort aber gelten: „Hunde sind so zu halten und zu führen, dass von ihnen keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen.“ Hundebesitzer werden auf den Hundewiesen also nicht aus ihren gesetzlich bestimmten Pflichten entlassen.

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