Auch fürs Abkühlen gibt’s in Braunschweig Alternativen

Braunschweig.  Kein Pool, kein Freibadbesuch während der FiBS-Angebote, aber die Braunschweiger Kinder lassen sich den Spaß nicht nehmen.

Händewaschen im Freien: Hier wird die Pflicht zur Erfrischung.

Händewaschen im Freien: Hier wird die Pflicht zur Erfrischung.

Foto: Karsten Mentasti

Mitten in den Sommerferien hat die Hitze die Stadt fest im Griff, und trotz Corona genießen viele Kinder ihre schulfreie Zeit beim Ferien-in-Braunschweig-Programm (FiBS). Wenn auch mit veränderten Vorzeichen – vor allem, was die Gruppengröße und das Tragen von Masken betrifft.

Insgesamt 100 Angebote für die beiden FiBS-Alterklassen 6+ und 10+ haben städtische und freie Anbieter der Jugendhilfe für diese Sommerferien auf die Beine gestellt, wie die für FiBS zuständige Mitarbeiterin aus dem städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, Christina Strempel, berichtete. Im Vorjahr waren es 133. Aber in diesem Jahr herrschen erschwerte Bedingungen, wie Fachbereichsleiter Martin Albinus am Dienstag während des Besuchs einiger FiBS-Standorte bekräftigte.

Ferienprogramm war wegen wechselnder Corona-Verordnungen unsicher

„Wegen der sich ständig wechselnden Verordnungen war lange nicht klar, ob und in welchem Umfang wir unser Programm aufrechterhalten können. Deshalb richte ich meinen Dank an alle, die flexibel reagiert haben, um Kindern und damit auch Familien maßgeschneiderte Aktionen anzubieten“, so Albinus. „Viele Mütter und Väter haben ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht“, ergänzte er.

Flexibel hat beispielsweise das Personal des Kinder- und Jugendzentrums Kiez im östlichen Ringgebiet reagiert und seinen Urlaub verschoben. So hat das „Kiez“ in Trägerschaft der Propstei die gesamten Ferien über geöffnet. Zwischen 10 und 14 Kinder kommen wochenweise, und weil es sich um eine feste Gruppe handelt, müssen laut neuesten Verordnungen keine Masken getragen werden – es sei denn, es kommen mal Gäste, wie am Dienstag die Besucher aus der Stadtverwaltung und von der Presse.

Besucherin stellt mit Kindern Hüfttaschen her

Das Team um Leiterin Henrike Boetel-Hiskia hat sich einiges für die Kids ausgedacht, etwa einen Besuch von Julia Braun von der Brunswick Fashion School, die mit den Mädchen und Jungen Hüfttaschen anfertigte und den Kids den ersten Umgang mit Nähmaschinen beibrachte. Für Moritz und Felix war das Neuland. „Es ist spannend, das auszuprobieren“, berichtete der 12-jährige Moritz. Nach dem von Sozialpädagoge Michael Gehrke selbst gekochten Mittagessen – Bouletten, Leipziger Allerlei und Kartoffelpüree – kündigte die Chefin des Hauses eine Abkühlung im Außengelände des „Kiez“ an – in einem Mini-Pool und für die Älteren durch Einsatz des Rasensprengers.

Auf Erfrischung freuen sich jeweils auch die Teilnehmer des Jugendcamps im städtischen „Zweistromland“ in Gliesmarode, einem FiBS-Klassiker. Bis zu 175 Kinder sind sonst gleichzeitig auf dem Gelände zwischen Mittelriede und Wabe, meist wird ein großer Pool gefüllt, mittwochs ist ein Schwimmbadbesuch angesetzt. „Auf beides verzichten wir diesmal wegen der Abstandsregeln, die sonst einfach nicht einzuhalten und schon gar nicht überprüfbar wären“, stellte Campleiterin Lina Klages klar.

Ins Feriencamp dürfen nur 40 Kinder pro Woche

Nur 40 Kinder pro Woche dürfen diesmal das Feriencamp besuchen, unterteilt in fünf Gruppen mit jeweils acht Mädchen und Jungen und zwei Betreuern – so wie es zunächst in den Verordnungen vorgeschrieben war. „Erst zu Beginn der Ferien haben sich die Vorschriften gelockert, da konnten wir organisatorisch aber nicht mehr reagieren“, begründete der kommissarische Jugendreferent Bernd Pelikan.

Um auf Nummer sicher zu gehen, tragen alle Kinder im „Zweistromland“ Masken und ziehen sich Handschuhe an, wenn sie etwa Minigolfschläger anfassen. Und anstelle eines Pools bereiten diesmal Spritzpistolen-Wasserschlachten und Fußbäder in der Wabe Abkühlung. Auch das Händewaschen in extra aufgestellten Freiluft-Becken wird an diesen Tagen von der Pflicht zur willkommenen Erfrischung.

Ferienkurse für Skateboard-Anfänger am Westbahnhof

Ohne Maskenpflicht, dafür aber zwingend mit Helm, veranstalteten die Newcomer von der Skateacadamy 38, Timo Ventroni und Sandro Eiselt, im Skaterpark auf dem Jugendplatz am Westbahnhof Ferienkurse für Skateboard-Anfänger.

Eine der wichtigsten Botschaften für die teilnehmenden Extremsport-Youngster im Alter ab fünf (!) Jahren: Wenn jemandem eine Fahrt gelungen ist, gibt es Applaus, und keine Häme, wenn jemandem etwas misslingt. „Beim Skaten herrscht eine familiäre Atmosphäre, wer sich aufs Brett stellt, soll eine gute Zeit haben“, betonte Ex-Skateboard-Profi und Trainer Sandro Eiselt.

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