So sollen Braunschweiger Friedhöfe den Wildbienen helfen

Braunschweig.  Auf dem Friedhof in Braunschweig an der Helmstedter Straße, in Lamme, Wenden und Rautheim sollen die Anlagen insektenfreundlich werden.

Axel Ebeler vom BUND-Landesverband (links) und Braunschweigs Umwelt-Dezernent Holger Herlitschke pflanzen eine Sommerlinde. Hinten halten Eva Goclik (rechts) vom BUND Braunschweig und Ratsfrau Annette Johannes ein Plakat zur UN-Dekade Biologische Vielfalt hoch.

Axel Ebeler vom BUND-Landesverband (links) und Braunschweigs Umwelt-Dezernent Holger Herlitschke pflanzen eine Sommerlinde. Hinten halten Eva Goclik (rechts) vom BUND Braunschweig und Ratsfrau Annette Johannes ein Plakat zur UN-Dekade Biologische Vielfalt hoch.

Foto: Karsten Mentasti

Das Projekt „Ökologische Nische Friedhof“, das der Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf vier Friedhöfen in Niedersachsen, darunter dem städtischen Friedhof in Braunschweig, umsetzt, hat jetzt durch die Vereinten Nationen (UN) die Auszeichnung „Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ erhalten – eine Anerkennung mit ideellem Wert.

Friedhof an der Helmstedter Straße in Braunschweig ist eine ökologische Nische

Das Projekt des BUND mit der Stadtverwaltung auf deren Friedhof an der Helmstedter Straße läuft nach drei Jahren aus – wegen der Corona-Aktionspause im Frühling wird es bis November verlängert, erklärte Wildbienen-Experte Jakob Grabow-Klucken am Dienstag.

Das im Jahr 2017 gestartete Projekt hatte zum Ziel, die Auswirkungen einer naturnahen Bepflanzung auf Friedhöfen zu untersuchen und mit verschiedenen Maßnahmen zu flankieren. Dazu gehörte die Anlage von zwei insgesamt 900 Quadratmeter großen Wiesenflächen anstelle von grünem Scherrasen an der Feierhalle III sowie am Brodweg, die Anlage von mit heimischen Kräutern und Stauden bepflanzten Gräbern sowie das Pflanzen von heimischen Bäumen und Blühsträuchern an Stelle von Koniferen mit ökologisch geringem Nutzen.

BUND und Stadt wollen Wildbienen helfen

„Das Projekt ist aus Naturschutzsicht sehr erfolgreich, und wird auch von Friedhofsbesuchern begrüßt“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzvereins, Axel Ebeler. Zusammen mit dem neuen Umweltdezernenten der Stadt, Holger Herlitschke, pflanzte er symbolträchtig an der Feierhalle eine Sommerlinde – den am spätesten blühenden heimischen Baum. „Die Sommerlinde ist für Wildbienen von großer Bedeutung, sie brauchen ja nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Sommer und bis in den Herbst Nahrung“, erläuterte Grabow-Klucken.

Bedrohte und gefährdete Bienenarten wie etwa die Zwergharzbiene oder Luzerne-Sägehornbiene und mehr als 60 andere Arten seien während des Projekts von Biologen nachgewiesen worden, sagte Ebeler. Die BUND-Kreisgruppen-Vorsitzende Eva Goclik regte an, in einigen Jahren erneut eine Bestandsaufnahme zu machen, um langfristig Biodiversität zu dokumentieren.

Michael Loose, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün und Sport, zuständig auch für die städtischen Friedhöfe, kündigte an, dass Maßnahmen zur Artenvielfalt auch nach Projektende fortgesetzt würden. Blühstreifen- und wiesen würden zudem teils noch 2020 auch auf den Ortsteilfriedhöfen in Rautheim, Lamme und Wenden angelegt.

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