Weniger Autos in Braunschweig: Greenpeace fordert mehr Radwege

Braunschweig.  Die rechte Fahrspur nur für Räder: Während einer Aktion wurde am Samstag die Hagenbrücke zur Radfahrer-Meile.

Ein eigener Fahrstreifen an der Hagenbrücke. Da macht Radfahren in der Innenstadt gleich viel mehr Spaß.

Ein eigener Fahrstreifen an der Hagenbrücke. Da macht Radfahren in der Innenstadt gleich viel mehr Spaß.

Foto: Norbert Jonscher

„Auf so einem Teppich zu fahren, da fühlt man sich ganz anders als Radfahrer – viel gleichberechtigter, auf Augenhöhe mit den Autofahrern“, freute sich Sven Wöhler, einer der ersten Radfahrer, die am Samstag auf der Pop-up-Strecke an der Hagenbrücke unterwegs waren. Wöhler ist Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und für ihn war klar, dass er den Greenpeace-Protest für bessere Radwege in Braunschweig unterstützen wird.

Die Greenpeace-Leute hatten von 11 bis 13 Uhr den rechten Pkw-Fahrstreifen – mit Erlaubnis der Stadt – mit Baken abgetrennt, um Radfahrern zu zeigen, wie es auch gehen könnte in dieser Stadt: Statt umständlich das Neue Rathaus zu umradeln und erst am Hagenmarkt wieder auf die Richtungsspur zu gelangen, wäre es durchaus denkbar, Radfahrern auf Dauer eine eigene Spur zu geben. „Klar, der Autoverkehr lässt dies momentan nicht zu. Aber es liegt an der Stadt, die verkehrlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Andere Städte wie Berlin machen das auch“, sagt uns eine Aktivistin und meint: Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad und schützen damit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch das Klima. Doch in vielen Großstädten fehle es an Platz für Radfahrer und auch für Fußgänger. Andere Städte seien da weiter. Zuletzt habe Brüssel seine Innenstadt zur Tempo 20-Zone erklärt, in der Fußgänger und Radfahrer den Vortritt haben.

Von Mailand bis Madrid würden Radwege eingerichtet, damit sich Menschen in sicherem Abstand bewegen können. Rechtlich sei das auch in Deutschland leicht möglich, dennoch habe hierzulande bisher nur Berlin Autospuren umgewandelt in Radspuren, so genannte Pop-Up Radwege. „Die rechtlichen Möglichkeiten für sichere Radwege sind da, der Bedarf auch. Was fehlt ist der politische Wille“, sagt Sprecherin Johanna Gelhaus.

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