Schwanberger Bogen prägt das Braunschweiger Musikerviertel

Braunschweig.  Am Langen Kamp ist ein Stadtquartier entstanden, das sich an die Optik des Östlichen Ringgebiets anlehnt,

Blick vom TU-Hochhaus auf den Schwanberger Bogen des Baugebiets Langer Kamp.

Blick vom TU-Hochhaus auf den Schwanberger Bogen des Baugebiets Langer Kamp.

Foto: Norbert Jonscher

Schwungvoll-elegant umschließt er den alten Baumbestand des historischen Militärkrankenhauses aus dem 19. Jahrhundert, bietet 4.500 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf 35 Eigentumswohnungen, mit Aufzug und Tiefgarage. Einzugstermin Mitte: 2020. Im Baugebiet Langer Kamp steht der Schwanberger Bogen, ein preisgekrönter Wohnkomplex aus der Feder des Braunschweiger Architekten Hartmut Rüdiger, vor der Fertigstellung.

Name eines Komponisten

Seine Namen hat der kraftvoll gekrümmte Betonrise von dem Braunschweiger Komponisten und Klaviervirtuosen Johann Gottfried Schwanberger (1737 - 1804). Bauträger ist die Aedes Projekt Projektentwicklung GmbH.

Wohnungen mit 3 bis 5 Zimmern, zwischen 110 und 175 Quadratmetern groß, sind entstanden, zudem 5 Penthousewohnungen mit Terrassen sowie 8 Wohnungen mit Gartennutzung und 2 Maisonettewohnungen. Die Eigentumswohnungen kosteten laut Investor zwischen 485.000 und 900.000 Euro.

Nur noch 10 Wohnungen zu haben

Und auch sonst geht es munter voran auf dem 20.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Hans-Sommer-Straße und Gliesmaroder Straße. Von insgesamt 130 Wohnungen in den acht Gebäuden stehen laut Investor Volksbank Brawo nur noch ca. zehn Wohnungen zum Verkauf. „Die noch im Bau befindlichen Wohnungen werden im Sommer 2020 beziehungsweise im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein“, sagt Unternehmenssprecher Daniel Dormeyer. Die fertiggestellten Häuser seien bereits komplett bezogen beziehungsweise vermietet. „Der Bau und der Verkauf schreiten trotz der Corona-Pandemie gut voran.“ Einschränkungen seien weder bei der Nachfrage noch bei der Bauausführung zu vermelden.

Lebensmittelmarkt im Frühjahr fertig

Im nördlichen, zur Hans-Sommer-Straße hin gelegenen Gewerbeteil des Baugebietes seien die Bauarbeiten ebenfalls im Plan. „Nach heutigem Stand werden die Gebäude im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein.“ Eine corona-bedingte Einschränkung bei der Nachfrage sei nicht ersichtlich, so Dormeyer.

Ein 1.200 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt wird an der Ecke Langer Kamp/Hans-Sommer-Straße entstehen, mit 3.600 Quadratmetern Bürofläche auf sechs Etagen. Den Sockel des Gebäudes prägt eine Ziegelfassade, welche die Optik des Bestandsgebäudes an der Gliesmaroder Straße aufnimmt, mitsamt der erhaltenen Mauer.

Das Wohnviertel selbst spricht eine eigene architektonische Sprache, lehnt sich an die Erhabenheit der gründerzeitlichen Wohngebäude im Östlichen Ringgebiet bewusst an, wie Architekt Stefan Giesler erklärt. „Die Architektur war unser Vorbild, wir wollten sie aber nicht kopieren.“ Giesler spricht von einer „konkreten Lagegunst“ der neuen Wohnlage hinter dem früheren Klinikum, die man aufgegriffen habe. Vergleichbar mit englischen Vorbildern des Georgian Urbanism, geprägt durch klare städtebauliche Figuren und gemeinschaftliche repräsentative Grünanlagen.

Die georgische Architektur zeichnet sich durch ihr Verhältnis und ihre Ausgewogenheit aus. Einfache mathematische Verhältnisse wurden verwendet, um die Höhe eines Fensters in Bezug auf seine Breite oder die Form eines Raumes als Doppelwürfel zu bestimmen. Das sogenannte stehende Fensterformat, so Giesler, sei im Östlichen Ringgebiet ein vorherrschendes Gründezeitmotiv, das erst später durch die Fensterbänder der Moderne abgelöst wurde.

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