Braunschweiger dürfen wieder pumpen – ohne Mundschutz

Braunschweig.  Politiker übergeben im Hygia in Braunschweig das Hygienekonzept für die Öffnung der Fitnessstudios. Umkleiden und Duschen bleiben gesperrt.

Abstand halten ist auch bei Kursen Pflicht – deutet die Landtagsabgeordnete Dunja Kreiser (links) bei ihrem Besuch im Hygia gegenüber Christian Haertle (Mitte) und Alexander Schramm (rechts) an.

Abstand halten ist auch bei Kursen Pflicht – deutet die Landtagsabgeordnete Dunja Kreiser (links) bei ihrem Besuch im Hygia gegenüber Christian Haertle (Mitte) und Alexander Schramm (rechts) an.

Foto: Henning Thobaben

Mehr als zwei Monate musste die Fitnessgemeinde warten – doch ab Montag dürfen die Studios nach weiteren Corona-Lockerungsmaßnahmen der Landesregierung wieder öffnen. Eine symbolische Übergabe des Hygienekonzepts für die Region Braunschweig/Wolfenbüttel erfolgte am Freitag im neuen Hygia in der Varrentrappstraße.

Dessen Betreiber Christian Haertle zeigte sich am Ende sogar überrascht: „Wir können mehr umsetzen, als wir gedacht hätten“, sagte er nach dem Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Dunja Kreiser und Christoph Bratmann (beide SPD).

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Wer den Blick am Freitag über den Hygia-Gerätepark schweifen ließ, dem stachen die rot-weißen Flatterbänder ins Auge. Jedes vierte Gerät im Kraft- und sogar jedes zweite Gerät im Cardiobereich wird auch ab Montag gesperrt sein. Schließlich besagt das Hygienekonzept, dass die Sportler während des Trainingsbetriebs einen Mindestabstand von zwei Metern zueinander einhalten sollen. Aber das alles trübt die Stimmung vor der Wiedereröffnung nicht.

Die wichtigste Nachricht: Die Sportangebote können wieder alle stattfinden, wie in anderen Bundesländern ohne Mundschutz. Nur Umkleiden und Duschen sowie Schwimmbad und Wellnessbereich bleiben gesperrt.

„Grundsätzlich sind wir aber der Meinung, dass es auch bei der Nutzung von Umkleiden und Duschen bald Lockerungen geben sollte“, meinte Dunja Kreiser im Hygia. Bei ihrem Besuch mit Christoph Bratmann fasste die sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion die wichtigsten Punkte des Konzepts zusammen: Warteschlangen sollten vermieden werden. Die Mitglieder sollten kontaktfrei einchecken, Personalien müssten von allen erfasst werden. Die Geräte müssten von den Sportlern nach der Nutzung desinfiziert werden. Gespräche sollten auf ein Minimum reduziert werden.

Beim Rundgang durch das Studio gab Kreiser den Hygia-Verantwortlichen weitere Tipps. Auf dem Boden sollten Laufwege markiert werden, genauso Wartepunkte vor den Kursräumen. Und in diesen sollten die Matten von Mitarbeitern bereits vorher unter Wahrung der Abstandsregeln platziert werden. Haertle zeigte sich positiv überrascht, dass Gymnastik, Yoga oder Cycling in Gruppen schon wieder möglich sind. Der Unternehmer, der mit seiner Gesellschaft zehn Studios in der Region betreibt, hatte immer gesagt: Eine Zwangsschließung über den Mai hinaus wäre finanziell schwer zu stemmen gewesen.

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Laut Haertle haben drei Prozent der insgesamt etwa 22.000 Mitglieder seiner Studios die Zahlung der Mitgliedsbeiträge eingestellt, rund 500 haben gekündigt. Zudem seien Sekundärumsätze weggebrochen. Mitglieder, die weitergezahlt haben, bekommen die Schließungsmonate kostenlos hinten dran gehängt.

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