Nach Großbrand in Braunschweig Hauseigentümer vor Gericht

Braunschweig.  Der Beschuldigte soll einen Mittellosen zur Brandstiftung in dem Mehrfamilienhaus in der Braunschweiger Innenstadt angestiftet haben.

Brandstiftung: Am 19. Januar 2018 stand ein dreistöckiges Mehrfamilien in der Braunschweiger Hochstraße in Flammen.

Brandstiftung: Am 19. Januar 2018 stand ein dreistöckiges Mehrfamilien in der Braunschweiger Hochstraße in Flammen.

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de

Nach dem Brand eines maroden Mehrfamilienhauses an der Braunschweiger Hochstraße im Januar 2018 muss sich der Eigentümer von der nächsten Woche an vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-Jährigen Anstiftung zur schweren Brandstiftung und Versicherungsbetrug vor.

Über einen Mittelsmann soll er einen am Rande der Gesellschaft lebenden 41-Jährigen beauftragt haben, im hölzernen Treppenhaus Feuer zu legen. Zeugen beobachteten ihn und einen bisher unbekannt gebliebenen Mittäter beim Verlassen des Tatortes. Im vergangenen November wurde der geständige Mann vor dem Landgericht wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Wenn er im Prozess auch keinen Auftraggeber für die Brandlegung preisgab, war das Gericht doch davon überzeugt, dass er kein persönliches Motiv für die Tat hatte.

Das Motiv sehen die Ermittler vielmehr beim Hauseigentümer: Der habe das Gebäude samt Grundstück 2012 für 210.000 Euro mit dem Ziel gekauft, es abzureißen und ein lukratives Neubauprojekt zu verwirklichen, heißt es nach Informationen des Landgerichts in der Anklage. Er habe daher den Mietern gekündigt und 2017 eine Baugenehmigung zur Errichtung eines Doppelhauses erhalten. 2015 soll er das Haus außerdem mit einer Summe in Höhe von 698.000 Euro unter anderem gegen Feuerschäden versichert haben.

Ein letzter Mieter allerdings verweigerte hartnäckig seinen Auszug. Räumungsklagen sollen ebenso erfolglos geblieben sein wie Drohungen. Um das Grundstück trotzdem wie geplant nutzen und zugleich die Versicherungssumme kassieren zu können, so der Vorwurf, soll der Hauseigentümer beschlossen haben, das Gebäude durch Feuer zerstören zu lassen.

Der damit beauftragte 41-Jährige schüttete auf der Treppe des dreistöckigen Hauses, wie Brandermittler später feststellten, Benzin aus und zündete eine Plastiktüte mit benzingetränkten Papier an. Der noch einzige Mieter hielt sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus auf.

Nach einer heftigen Explosion breitete sich das Feuer schnell aus. Das Gebäude brannte nieder und musste später abgerissen werden. Am Tag des Brandes, so die Staatsanwaltschaft, habe der Angeklagte bei seiner Versicherung vermeintliche Schadensersatzansprüche in Höhe von insgesamt 776.000 € angemeldet. Dabei sei ihm bewusst gewesen, dass er auf dieses Geld keinen Anspruch gehabt habe.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder