Aufgepimpte Alt-Rechner für Braunschweigs Schulen

Braunschweig.  Die Aktion „Hey Alter! Alte Rechner für junge Leute“ ist angelaufen. Die ersten Laptops für bedürftige Schüler sollen in Kürze verteilt werden.

Die Initiatoren Martin Bretschneider (links) und Moritz Tetzlaff im Lager. Unternehmen spenden ausrangierte Rechner – und im Haus der Wissenschaft werden sie für Schüler aufbereitet, damit diese beim Homeschooling mitmachen können.

Die Initiatoren Martin Bretschneider (links) und Moritz Tetzlaff im Lager. Unternehmen spenden ausrangierte Rechner – und im Haus der Wissenschaft werden sie für Schüler aufbereitet, damit diese beim Homeschooling mitmachen können.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Soviel Schulterklopfen wie in den letzten Tagen habe er noch nie geerntet, sagt Martin Bretschneider lachend. Gemeint ist das natürlich im übertragenen Sinne – ein Schulterklopfen aus mindestens zwei Metern Sicherheitsabstand sozusagen.

Anlass für das Schulterklopfen: die Aktion „Hey Alter! Alte Rechner für junge Leute“, die Bretschneider von der Werbeagentur Gingco zusammen mit Moritz Tetzlaff von der Wichmannhalle ins Leben gerufen hat. Wie berichtet, haben die beiden Unternehmen dazu aufgerufen, ausrangierte Rechner zu spenden. Diese werden nach allen Regeln der Kunst von Daten bereinigt – und dann so eingerichtet, dass Schüler, denen die richtige Hard- und Software fürs Homelearning bislang fehlte, damit arbeiten können. Das Ziel: mehr Chancengleichheit in der Bildung.

Knapp 200 Rechner stehen schon im Lager

Vor zwei Wochen startete der erste Aufruf. Die Reaktionen seien überwältigend gewesen, sagt Bretschneider gerührt: „Das habe ich noch nicht erlebt. Alle waren begeistert, und sehr viele haben ihre Unterstützung zugesagt.“ Die ersten Alt-Rechner werden bereits aufbereitet. „Wir haben bereits knapp 200 Laptops und Tablets im Lager“, schätzt Bretschneider. Studenten vom Sandkasten-Projekt der TU sind bereits dabei, die Geräte im Haus der Wissenschaft mit neuer Software zu bespielen: Betriebssystem, Browser und Open Office werden installiert. In wenigen Tagen sollen die ersten fertigen Rechner verteilt werden. „Die Verteilung innerhalb der Schule sollen die Lehrer organisieren. Sie wissen am besten, wo der Bedarf am größten ist“, erklärt Bretschneider.

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1000 Rechner, das haben sich Tetzlaff und Bretschneider vorgenommen, wollen sie mindestens an Schulen verteilen, die Bedarf anmelden. Es ist also noch Luft nach oben: Spenden sind herzlich willkommen! Elektroschrott aber soll es nicht sein, denn, wie Bretschneider sagt: „Die Rechner sollten funktionstüchtig sein und gewisse IT-Voraussetzungen erfüllen. Wir wollen den Schülern ja keinen Schrott auf den Tisch stellen. Sie sollen schließlich vernünftig damit arbeiten können.“

„Am liebsten würde ich das Projekt bei Maybrit Illner vorstellen“

Die Volksbank habe bereits 200 weitere Rechner in Aussicht gestellt, und sogar die Eintracht will mitmachen. Wer weiß: Vielleicht wird ein Schüler demnächst mit einem Tablet arbeiten, mit dem einst Ex-Trainer Torsten Lieberknecht oder Mirko Boland durchs Internet gesurft sind?! „Firmen, die Rechner leasen, können auch mit einer Geldspende das Projekt unterstützen – Financial Services will dies etwa über die Stiftung Achterkerke tun“, gibt Bretschneider ein Beispiel.

Er ist begeistert von der Welle der Hilfsbereitschaft und hofft, dass das Projekt auch anderswo Nachahmer findet: „Am liebsten würde ich mich bei Maybrit Illner aufs Podium setzen und davon erzählen“, sagt er grinsend. Mal sehen, vielleicht klappt’s ja...

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WEITERE INFOS:

Spenden: Gesucht werden Laptops, Tablets oder Rechner, optimalerweise inklusive Kamera und Mikrofon, am besten mit Tastatur und Maus, am liebsten komplett. Alle Komponenten sollten funktionsfähig sein und mindestens einen 2 GHz dual core Prozessor und 4 GB RAM haben.

So geht’s: Wer spenden möchte, kann sich über ein Formular auf der Internetseite www.heyalter.com mit den Initiatoren in Verbindung setzen. Unternehmen können sich zudem per Mail an moritz@heyalter.com wenden, Schulen an schule@heyalter.com

Unterstützer: AGV Braunschweig, Gingco Communication, Trafo Hub, TU Braunschweig und andere.

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