Awo-Fanprojekt näht Mundschutz für Braunschweiger Grundschüler

Braunschweig.  Die Nibelungen Wohnbau und die Braunschweiger Baugenossenschaft unterstützen das Projekt. Weitere ehrenamtliche Helfer werden gesucht.

An den Schulen besteht keine Maskenpflicht, aber in den Pausen wird das Tragen einen Mund-Nasen-Schutzes empfohlen.

An den Schulen besteht keine Maskenpflicht, aber in den Pausen wird das Tragen einen Mund-Nasen-Schutzes empfohlen.

Foto: Jens Büttner / dpa (Symbolfoto)

Am 4. Mai beginnt an den Grundschulen schrittweise wieder der Unterricht. Den Anfang machen die Viertklässler, bis in den Juni hinein folgen dann die jüngeren Jahrgänge. Zwar besteht an den Schulen keine generelle Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Aber die Stadtverwaltung empfiehlt es während der Pausen. Auch wer ins Sekretariat geht, soll eine Maske aufsetzen.

Das Team des Awo-Fanprojekts will nun dafür sorgen, dass alle Braunschweiger Grundschulen mit einfachen Mund-Nasen-Schutzen ausgestattet werden. 7000 Masken sind dafür nötig. Zu normalen Zeiten sind die Sozialarbeiter des Fanprojekts Ansprechpartner für jugendliche Fußballfans. Es geht darum, eine positive Fankultur zu schaffen, Gemeinschaft zu stärken und Gewalt zu verhindern – über Beratung, Betreuung und Begleitung.

Im Moment gibt’s zwar keinen Fußball, aber trotzdem viel zu tun: Das Fanprojekt-Team will den Grundschulen helfen – gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Näherinnen und Nähern. Sozialarbeiter Ralf Schönherr hat dafür das Projekt „Kinder schützen“ ins Leben gerufen und treibt es nun zusammen mit seinem Kollegen Jörg Seidel voran.

„Wir haben von den Grundschulen gehört, dass sie sich sehr über Masken freuen würden“, sagt Seidel. Es bestehe im Moment einfach viel Unsicherheit. „Kinder verstehen vielleicht noch nicht alles, aber sie spüren und realisieren sehr gut, wenn etwas anders ist als sonst. Sie merken, wenn Eltern sich Sorgen machen, Angst haben oder unsicher sind. Leider können wir im Moment wenig tun, um die Situation zu beenden oder zu verändern, aber wir können empathisch und solidarisch dort Eigeninitiative zeigen, wo es gerade notwendig wird.“

Durch die langjährige Zusammenarbeit im Netzwerk Nordstadt habe das Fanprojekt die Nibelungen Wohnbau GmbH und die Braunschweiger Baugenossenschaft für das Vorhaben gewinnen können, so Seidel. Die beiden finanzieren unter anderem Stoff und Garn.

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Rund 40 Frauen vor allem aus Braunschweig, dem Papenteich und Ilsede seien schon dabei, um zu nähen. Begonnen habe es zunächst mit einem kleinen Kreis an Ehrenamtlichen aus der Fanprojekt-Arbeit. Sehr schnell seien dann über diese Frauen weitere hinzugekommen, viele davon selbst Mütter, die nun mit anpacken – alle ehrenamtlich.

„In den Telefonaten mit den Grundschulen wird uns schon jetzt sehr viel Dankbarkeit entgegengebracht“, sagt Seidel. „Einige haben uns nun gefragt, ob wir auch etwas eher liefern können, weil etliche Kinder in der Notbetreuung sind. Das versuchen wir – das Projekt bekommt dadurch noch eine höhere Dynamik.“ Das heißt: Es werden weitere Unterstützer zum Zuschneiden, Nähen und eventuell auch zum Ausfahren gesucht. „Jeder kann seinen Teil für die Solidargemeinschaft tun“, so Seidel. „Zugleich ist uns aber ganz wichtig, dass alle Spaß dabei haben. Es soll nicht in Stress ausarten.“

Wer mitmachen will, kann sich melden: Ralf Schönherr (0176) 11264853, ralf.schoenherr@fanprojekt-braunschweig.de, und Jörg Seidel (0176) 11264893, joerg.seidel@fanprojekt-braunschweig.de.

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