„Hey, Alter!“ will Braunschweigs Schüler mit Rechnern ausstatten

Braunschweig.  Die Initiative bittet Unternehmen, ausrangierte Laptops und Tablets zu spenden. Die Geräte werden aufgearbeitet und an Schulen verteilt.

Martin Bretschneider (links) und Moritz Tetzlaff wollen mit der Initiative „Hey, Alter! Alte Rechner für junge Leute“ Schüler mit Laptops und Tablets versorgen, die in Firmen nicht mehr gebraucht werden

Martin Bretschneider (links) und Moritz Tetzlaff wollen mit der Initiative „Hey, Alter! Alte Rechner für junge Leute“ Schüler mit Laptops und Tablets versorgen, die in Firmen nicht mehr gebraucht werden

Foto: Privat

Die Idee ist gut, und es könnte etwas Großes daraus werden: Moritz Tetzlaff und Martin Bretschneider haben eine Initiative gegründet, die sich darum kümmert, dass Schüler, denen zu Hause kein Rechner fürs Homelearning zur Verfügung steht, schnellstmöglich einen erhalten.

„Hey, Alter! Alte Rechner für junge Leute“ heißt das Projekt. Die Initiatoren wenden sich mit der Bitte an Unternehmen, ausrangierte Laptops und Tablets zu spenden. Alle Daten darauf werden gelöscht, dann eine neue Software aufgespielt – und schon können die Rechner verteilt werden.

Das Projekt ist erst wenige Tage alt, die Organisatoren stehen noch ganz am Anfang. Moritz Tetzlaff, Projektleiter beim Trafo Hub in den Wichmannhallen: „Meine Frau ist Lehrerin an der Berufsschule BBS V. Sie fragte mich, ob ich nicht jemanden wüsste, der zwei Rechner spenden könnte für zwei Schüler, die zu Hause kein Gerät haben.“ Kurzerhand kontaktierte er Martin Bretschneider von der Werbeagentur Gingco. Zwei alte Laptops waren schnell gefunden. „Dann kam uns eine Idee, die eigentlich naheliegend war“, sagt Bretschneider: „Wir haben uns gedacht, dass es bestimmt viele Firmen gibt, die Geräte im Schrank liegen haben, die abgeschrieben sind und nicht mehr genutzt werden.“

Jetzt rufen die beiden Querdenker zu Spenden auf – und haben innerhalb weniger Tage bereits ein Netzwerk an Partnern und Unterstützern gestrickt. Florian Bernschneider, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Region Braunschweig, hat zugesagt, am Montag die 1100 Mitgliedsunternehmen des AGV anschreiben und die Idee weiterzutragen. Er sagt: „Das ist ein klasse Projekt. Die Hilfsbereitschaft ist in diesen Tagen groß. Vieles wurde schon auf die Beine gestellt – aber dieses Thema hatten wir bislang nicht auf dem Plan.“ Zwar kämen in vielen Firmen zurzeit auch ältere Geräte wieder zum Einsatz, da viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiteten: „Aber meine Anfrage in einigen Firmen hat ergeben, dass immer noch ungenutzte Hardware vorhanden ist.“ In erster Linie werden Laptops und Tablets mit Kamera benötigt. Mindeststandard: 2 GHz Dual-Core-Processor und 4 GB RAM. Aber auch Laptops und Tablets ohne Kamera, Towers, Monitore, Mäuse, Headsets, Kameras und Tastaturen würden angenommen.

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Eines sei natürlich wichtig: Dass die Geräte zu hundert Prozent gereinigt werden, also alle noch vorhandenen Daten unwiederbringlich gelöscht werden. Dafür wird gesorgt: Das ATD Systemhaus hat angeboten, die Daten sicher zu löschen und notfalls auch kleinere Reparaturen auszuführen. Die Unternehmen erhalten ein entsprechendes Löschprotokoll.

Das Sandkasten-Projekt der TU Braunschweig wiederum hat angeboten, die Rechner mit Windows und Freeware-Programmen wie OpenOffice zu bespielen, so dass die Schüler direkt damit arbeiten können. Das Start-up Cotech Confidential Services bereitet dazu einen Stick vor: „Den schiebt man in den Rechner, der dann die Programme installiert“, so Tetzlaff.

Die Landesschulbehörde habe in Aussicht gestellt, den Kontakt zu den Schulen herzustellen, sagt Moritz Tetzlaff: „Die Klassenlehrer sollen entscheiden, welche Schüler ein Gerät benötigen. Sie wissen es am besten.“

In der kommenden Woche soll die Initiative „Hey, Alter! Alte Rechner für junge Leute“ einen eigenen Internetauftritt bekommen (siehe Infobox). Nach Rücksprache mit dem Leiter des Wilhelmgymnasiums gehe man davon aus, dass in der Stadt mindestens 1000 Rechner benötigt werden. „1000 Rechner würden wir gerne unter die Schüler bringen – das ist vorerst unser Ziel“, so Tetzlaff. Bretschneider ergänzt: „Das Projekt hat Potenzial. Bundesweit benötigen Schüler Laptops und Tablets fürs Homelearning. Vielleicht macht die Idee im Sinne der Chancengleichheit ja Schule.“

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Mehr Infos zur Initiative „Hey, Alter! Alte Rechner für junge Leute“ finden sich ab nächster Woche im Internet unter www.heyalter.com.

Unternehmen, die Rechner spenden wollen, können sich ab nächster Woche wenden an: moritz@heyalter.com

Schulen, die Bedarf anmelden wollen, können sich ab nächster Woche melden unter schule@heyalter.com

Initiatoren: Moritz Tetzlaff (Trafo Hub) und Martin Bretschneider (Gingco Communication).

Partner der Initiative: Arbeitgeberverband Region Braunschweig (AGV), Werbeagentur Gingco Communications, Trafo Hub und TU Braunschweig.

Unterstützer: ATD Systemhaus, Cotech Confidential Services und der Verein Stratum 0.

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